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4 Maler von Weltklasse
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By Site Editor
Published on 01/12/2007
 
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Während indianische Künstler schon seit langer Zeit zur Weltklasse gehören, wenn es um Kunstgegenstände wie Textilien, Schmuck und Töpferwaren geht, haben sie dagegen erst seit kurzem ihren verdienten Platz in der Reihe der großen Maler der Welt eingenommen. Hier gewähren wir Einblicke in die Arbeit und das Leben von vier hochtalentierten indianischen Malern...

4 Maler von Weltklasse

Während indianische Künstler schon seit langer Zeit zur Weltklasse gehören, wenn es um Kunstgegenstände wie Textilien, Schmuck und Töpferwaren geht, haben sie dagegen erst seit kurzem ihren verdienten Platz in der Reihe der großen Maler der Welt eingenommen. Hier gewähren wir Einblicke in die Arbeit und das Leben von vier hochtalentierten indianischen Malern, die entsprechende Anerkennung verdienen: Michael Kabotie, Mateo Romero, Norma Howard und Mario Martinez. Ihre Kreativität spiegelt die Bandbreite von herausragenden Arbeiten in diesem Feld, wie sie heute von indianischen Malern geleistet wird. Von Gregory Schaaf, Ph.D. (Cherokee) Übersetzung: Alexandra Galindez, Waiblingen

Michael Kabotie, Nachfahre des Snow Water Klans der Hopi auf der Zweiten Mesa, kam in den späten Sechzigern als Künstler mit einer Vision vom klaren Design auf. In den Siebzigern wurde er Sprecher der Vereinigung „Artist Hopid“, die aus fünf Hopi-Malern besteht und noch heute inoffiziell existiert. „Wir, die Hopi haben von einem spirituellen Standpunkt aus und als lebende Kraft viel zu bieten“, sagt er und erklärt so das Ziel der Gruppe. „Wir hoffen, dass die amerikanische Spiritualität durch die Präsentation unserer Tradition und durch die Interpretationen des Hopi-Stils in unserer Kunst und unseren Bildern eine neue Richtung einschlagen kann.

Kabotie und seine Mitstreiter haben einen Stil entwickelt, in der traditionelle Hopi-Kiva- Wandmalerei von Awatovi, Kawai Ka’a und Pottery Mound (prehistorische Siedlungen) mit dynamischen Kennzeichen der mytischen Hopi-Traditionen verschmilzt. Sie lassen sich auch von Stickerei- und Korbflechtdesigns der Pueblo-Indianer sowie von den dynamischen Merkmalen der historischen mündlichen Hopi-Traditionen inspirieren. Ausgehend von der reichen historischen Symbolik für moderne Designelemente der Hopi-Kultur, hat Michaels Vater, Fred Kabotie, in den Vierzigern auch einen Versuch unternommen eine neue Form von Hopi-Schmuck, den Overlay-Stil zu entwicklen.

Fred Kabotie malte auch im Stil des Realismus. Michael bewegte sich jedoch jenseits dieses Stils hin zu einer abstrakten Form, die eine starke Symbolik beinhaltet. Während Freds Bilder Hopi-Zeremonien darstellten, vermitteln Michaels Bilder die Gefühle, Bewegungen, Gebete und spirituellen Bedeutungen hinter den Zeremonien – Gebete für Regen, für das Keimen von Samen und für innere Reinigung.

Kunsthistoriker mögen in Michael Kaboties Acrylmalerei Eigenschaften erkennen, die an den Kubismus von Pablo Picasso, George Braque und Fernand Léger erinnern. Andere wieder sehen in seiner Arbeit den expressionistischen Stil des in Russland geborenen Malers Vasily Kandinsky. Wie dem auch sei, Kabotie und sein Künstlerkreis waren sich diesen internationalen Kunstrichtungen weitgehend unbewusst, bis Kunstsammler damit begannen zu kommentieren, wie ihre Kunst scheinbar in diese Stilrichtungen der schönen Künste auf eine neue Weise vordringt. „Ich  wurde so neugierig auf diese internationalen Meister der Kunst, dass ich schließlich zu einer Ausstellung deren Werke in Südkalifornien ging“, sagt Kabotie. „ Dort sah ich zum ersten Mal Originalbilder von Kandinsky und anderen aus der Nähe. “Trotzdem, Kabotie sagte zu einem seiner Mentoren, Santa Clara Pueblo-Künstler Pabilta Velarde, dass seine Hopid-Künstler-Gruppe ihre Inspiration tatsächlich von frühen Pueblo- Malern bekam. „Ich sagte zu ihr, ‚Wir malen die gleichen Inhalte: Tänzer, Sänger, Trommeln...wir hören die Trommeln, den Rhythmus der Lieder and wir konzentrieren uns auf die Bewegung der zeremoniellen Kleidung. Der Unterschied liegt darin, dass wir diese Bilder dann abstrahieren’.“
Kabotie wird tiefgehend von Musik beeinflusst, wie man besonders an seiner „Gesangs-Serie“ erkennen kann. Wandgemälde auf Pueblo-Kivas reflektieren den Gesang heiliger Lieder. Während er voll in die Hopi-Zerermonialgesellschaft integriert ist, hört sich Kabotie jedoch auch gregorianische, peruanische und keltische Gesänge an sowie auch Werke von den unterschiedlichsten Komponisten wie etwa Beethoven, Jim Morrison und the Doors. „ Ihre Musik sucht aus tiefster Seele nach dem inneren Geist“, stellt er fest. Er sieht auch Parallelen zwischen der Hopi-Philosophie und anderen Welttraditionen. Der Hopi-Künstler hat zusammen mit dem keltischen Künstler Jack Dauben kulturübergreifende Kollaborationen erforscht und dabei Folgendes bemerkt: „ Hopi-Initiation bedeutet, dass man den inneren Geist findet, ähnlich wie im Buddhismus. Unsere Schöpfer-Vernichter-Geschichten der inneren Reinigung sind wie die Geschichte von Phönix oder auch wie Erzählungen im Hinduismus.“
Kabotie und die Artist Hopid beabsichtigen mit ihrer Kunst Teil einer „spirituellen Heilungsbewegung“ zu sein. “Dadurch, dass sie die Wurzeln ihrer Herkunft verfolgt haben, konnten sie herausfinden, dass ihre Vorfahren Angst in Heiligkeit umwandelten. „Es besteht eine Verwandtschaft zwischen dem Hopi-Wort für Angst (utí) und unserem Wort für heilig (utí he é). Wie begegnen wir der Angst? Das ist es worum es bei den heiligen Hopi-Clowns geht. Ihre komischen Parodien über die gestörten sozialen Verhältnisse werben für Harmonie innerhalb der indianischen Gemeinschaften. Das Gegenteil der „Hopi-Lebensweise“ ist koyaanisqatsi, was soviel bedeutet wie “das Leben aus dem Gleichgewicht“. Kabotie fasst zusammen: „Den Mittelweg zu finden ist der Kern aller spirituellen Bewegungen und auch der Kern meiner Kunst.“
Michael Kabotie wird seine Werke auf dem 2005 Heard Museum Guild Indian Fair & Market zeigen. Er kann auch über sein Studio in Flagstaff, Arizona unter der Nummer 928 / 734-5248 oder online unter www.kabotie.com erreicht werden.

Fotos: Seite 31
Links: „Werte im Wandel“, Copyright 2003, 1,52 m x 3,66 m (2 Panele), Acryl auf Leinwand; oben: Details des Eototo, der Feuerpriester, aus „Heiliger Vulkanausbruch“, Copyright 2004, 0,91 m x 1,52 m, Acryl auf Leinwand, zu sehen am Sunset Crater National Monument in Nord Arizona.


<>Mateo Romero ist ein Multi-Talent. Er ist ein begabter Maler, Schriftsteller, Lehrer und Museumskurator, der eine wichtige Stimme in der zeitgenössischen Kunstwelt der Indianer geworden ist. Er spricht mit scharfer Intelligenz und liebt es Witze zu reißen. Im jugendlichen Alter von 38 hat er natürlich eine Verbindung zur jüngeren Generation, zugleich ist er aber ein respektabler und international anerkannter Künstler.
Wie auch Michael Kabotie, kommt Romero aus einer Pueblo-Kultur und teilt dessen Sorge um moderne indianische Gemeinden. Beide Künstler wurden in Familien hineingeboren, in denen eine starke künstlerische Tradition vorherrscht. Romeros Vater, Santiago Romero, studierte im Rahmen von Programmen des Dorothy Dunn-Studio an der Indianerschule Santa Fe und stellte seine Bilder innerhalb der wichtigen American Indian Exposition and Congress von 1937 aus. Mateos Großmutter väterlicherseits, Teresita Chavez Romero, war eine respektable Töpferin, die für ihre riesigen Vorratsgefäße und ihre Sitzfiguren bekannt war und sie war außerdem eine der Inspirationsquellen für Helen Corderos geliebte Geschichtenerzähler-Tonfiguren. Auch Mateos älterer Bruder, Diego Romero ist ein begnadeter und preisgekrönter Künstler, der vor allem für seinen Mimbres-Stil und seine zeitgenössische Töpferarbeiten bekannt ist.
Obwohl Mateo heute in San Juan Pueblo nördlich von Santa Fe lebt, wurde er in Berkeley, Kalifornien geboren, wo er auch aufwuchs. Er studierte an der Kunstakademie San Francisco und machte seinen Bachelor of Fine Arts am Dartmouth College. Er führte seine Kunstausbildung am Institut der Indianischen Künste in Santa Fe fort, bevor er dann schließlich an der Universität New Mexiko seinen Master of Fine Arts machte.
Mateo und Diego bekamen von ihrer Cousine Mary Eunice Romero, einer Pädagogikprofessorin  der Staatlichen Universität von Arizona, den Spitznamen „die Chongo Brüder“. Chongo bezeichnet wörtlich den Haarknoten der traditionellen Pueblo Männer, aber das Wort bedeutet auch soviel wie „spaßige Verspieltheit“. Der Begriff charakterisiert somit eine Seite ihrer Persönlichkeiten: einen wunderbaren Sinn für Humor.

Im Herbst 2004 traf ich Romero im Museum für indianischen Kunst und Kultur in Santa Fe. Ich war etwas früher da und so konnte ich mir die beliebte neue Ausstellung Rez3 anschauen: Rezervation Rezurrection Reztitution, mit den Kunstwerken von Romero und seines guten Freundes, der Salish-Bildhauer Ed Archie Noisecat.

Ich sprach gerade mit dem Museumsdirektor Duane Anderson als Romero mit einem freundlichen Lächeln und seinem jüngsten Sohn, Rain Romero, der auf seinen Schultern wippte, dazukam. Wir setzten uns an einen großen Tisch in der Buchsbaum Galerie für Töpferarbeiten des Südwestens, und als erstes erinnerte Romero voller Stolz an seine Großeltern und rekonstruierte dabei seinen Stammbaum. Er erzählte uns, dass sein Großvater Mitglied der Zeremonialgesellschaft der Koshare Clowns war und dann zeigte er mir einige der Töpferarbeiten seiner Großmutter, die sich unter den großen Ollas (Gefäße) in der Vitrine befinden. Da Romero auch gelegentlich als Lehrer arbeitete, erinnert er sich: „Als ich an einem Wandmalerei-Projekt mit Cochiti- Jugendlichen arbeitete, brachten wir die Kinder während einer Exkursion hier ins Museum. Viele von ihnen erkannten plötzlich, dass sie mit der Frau, die die Gefäße in dem Raum herstellte, verwandt sind.“ Die Kunst verbindet die Pueblo-Leute mit ihren Familien, und ihre Familien verbinden sie mit der Kunst.
Romero dämpft seine Stimme als er seinen traditionellen Keres-Namen verrät, He-tse-tewa, was soviel bedeutet wie „Kriegsschild“. Diese Schilde sind aus der Haut der Bison, die einst das nahegelegene Galisteo-Flachland besiedelten, und werden von den Pueblo-Männern noch immer während spezieller zeremonieller Tänze getragen. Man sagt die alten Pueblo-Schilde beschützen ihre Erschaffer mit einem unsichtbaren Kraftfeld aus spiritueller Energie – eine passende Parallele zu Romeros Beziehung zur Kunst.
Der Künstler unterteilt seine Werke (gemischte Medien) in zwei Hauptthemen: soziale Landschaften und Tänzer. Die sozialen Landschaften sind in vier wesentliche Unterkategorien eingeteilt: “Stimmen von Wounded Knee“, „Bonnie & Clyde“, „Indianisches Glücksspiel“ und „Abhängigkeiten“. Er spricht voller Stolz darüber wie eines seiner Bilder aus der “Stimmen von Wounded Knee“-Serie länger als 10 Jahre auf dem Flughafen Denver ausgestellt war. Seine „Bonnie & Clyde“ Charaktere tragen Ketten aus Kürbisblüten und Concha-Gürtel. Eines seiner „Indianisches Glücksspiel“-Bilder stellt einen Spielautomaten mit drei Pueblo-Sonnengesichtern in einer Reihe dar. „Einige Spielveranstalter malten tatsächlich Sonnengesichter auf die Drehscheiben der Spielautomaten, bis Angehörige der Pueblo forderten, dass diese wieder verschwinden“, sagt er. „Abhängigkeiten“ sind ein dominierendes Thema in vielen von Romeros Bildern gewesen. Wie auch Kabotie, erkennt Romero wichtige zeitgenössische Themen, die mit Sucht zusammenhängen: Alkohol, Drogen, häusliche Gewalt und auch das Glücksspiel.
Die „Tänzer“ repräsentieren Romeros zweit wichtigstes Thema. Sie zeigen zeremonielle Figuren, die aus der Dunkelheit durch den dichten Nebel hervorkommen und im goldenen Sonnenlicht baden. Die Meister der italienischen Renaissance nannten diese dramatischen Effekte aus Licht und Dunkelheit „chiaroscuro“ und „sfumato“. Diese Neuheit wurde damals von Leonardo da Vinci eingeführt und die Techniken wurden während des Barock-Zeitalters von Rembrandt und Vermeer weiterentwickelt. Romero erzielt diesen dramatischen Effekt dadurch, dass er mit Asphalt malt, einem äußert ungewöhnlichem künstlerischen Medium, was veranschaulicht wie der junge, von seinem Mut angetriebene Mann seiner Kunst folgen muss, wohin sie ihn auch führt.
Mateo Romero wird seine Werke auf dem 2005 Heard Museum Guild Indian Fair & Market zeigen. Er wird von der Blue Rain Gallerie von Santa Fe und Taos repräsentiert. Seine Kunst ist auch unter www.towa-artists.com zu bewundern.

Fotos: Seite 33
„San Juan Series B“, Copyright 2004, 56 cm x 76 cm, gemischte Medien; oben: „Die Büffel-Frau Nr. 2“, Copyright 2004, 0,91 m x 1,32 m, gemischte Medien“, rechte: „Morgendämmerung 1“, Copyright 2004, 1,02 m x 1,52 m, gemischte Medien.



Norma Howard hatte nie den Wunsch in die Großstadt zu ziehen. Sie hat ihren Platz als Künstlerin in Stigler, Oklahoma gefunden, 42 Meilen südöstlich von Muskogee. Und sie hat sich bemerkenswerterweise nur ein paar Mal in ihrem Leben mehr als drei Meilen weit weg von ihrem zu Hause gewagt. „Ich kann hinter mein Haus schauen, und sehen wo ich geboren wurde und wo unsere Verwandten begraben sind. Ich kann meine Heimat nicht verlassen“, sagt sie.
Bei dem Stellenwert, den die Familie in ihrem Leben hat, ist es nicht verwunderlich, dass ihre akribischen Wasserfarbenbilder überwiegend Szenen ihrer Heimat, ihrer Familie und der historischen Lebensweisen ihres Volkes darstellen. „Meine Familie hat für das was sie hat hart gearbeitet“, erklärt sie. „Und ein Mensch wird danach beurteilt, wie er seine Not überwindet. Es ist wichtig daran zu denken, sich um seine Familie zu kümmern. Meine Mutter und mein Vater haben mir gezeigt, dass sie mich lieben – dadurch, dass sie zu Hause bei der Familie waren. Ich bin auch jeden Tag zu Hause und zeige so die Liebe zu meiner Familie.“

Howard hat als kleines Kind einfach drauflosgemalt, als ihr Vater ihr eine Schachtel mit Buntstiften kaufte. „Ich wusste als Kind nicht was indianische Kunst ist“, sagt sie. „Ich habe angefangen auf Papiertüten zu malen. Ich habe einfach das gemalt, was ich um mich herum gesehen habe – die Sonne, Hügel, Blumen, Wasser und Häuser.“ Sie verbrachte auch Zeit mit ihrer Großmutter, Lena Gibson Morris, die Ipokni genannt wurde, einer Choctaw-Korbflechterin, die Körbe aus Schilf herstellt. 1903 ging Großmutter Ipokni 500 Meilen von Mississippi nach Oklahoma, um das Stück Land zu besiedeln, auf dem Howard geboren wurde und aufwuchs. Die Künstlerin spricht liebevoll von den Korbflechtarbeiten ihrer Großmutter. „Ihre Lieblingsmuster waren Rauten, für die „diamondback“-Klapperschlangen. Klapperschlangen sind ruhig, wenn man sie nicht stört, aber sie verteidigen sich sobald sie sich bedroht fühlen.“ Die Körbe von Ipokni waren eine Inspiration für Howard, die später mit „Pinselstrichen der Korbflechterei“ malte und so einen einzigartigen Stil kreierte.

Auch ihr verstorbener Chickasaw Vater, James Williams, hat die Kreativität seiner Tochter gefördert. „Mein Vater war der Meinung, dass alles was ich anfasste magisch war. Er liebte alles Schöne. Er strich Häuser an und ich durfte ihm helfen, die Fensterrahmen anzumalen. Er lehrte mich an der Holzmaserung entlang zu malen. Als ich meine Puppenhäuser anmalte, gab er mir Ratschläge: ‚Gib’ dein Bestes, was auch immer du tust.’“ Der Rat des Vaters verhalf Howard und ihren sieben Geschwistern zum Erfolg. Noch mehr wurde sie von ihrer Mutter, Edith Morris, inspiriert, sie erzählte ihr alte Choctaw-Geschichten, die ihr wiederum von ihrer Mutter weitergegeben wurden. Beide, sie und Ipokni waren hervorragende Näherinnen und machten auch Quilt-Decken. „Unsere Mutter nähte alle unsere Kleider“, erinnert sich Howard. „Sie nähte meine Kleider auf einer alten Pedalnähmaschine.“

Im Alter von 21 verdiente Howard selbst ihren Lebensunterhalt mit Nähen – sie nähte Cowboy-Hemden in einer Textilfabrik. „Man sagt sogar, dass Hank Williams, Jr. früher unsere Hemden trug.“ 1994 wurde die Fabrik geschlossen und zog nach Mexiko um. Ich war arbeitslos. Ich war verletzt. Ich war verloren.“ Kurz darauf hatte sie einen Traum und wachte mitten in der Nacht auf. „Ich hörte wie mein Vater sagte ‚Du musst malen!’. Mein Mann David sagte, dass das eine gute Idee sei. Ich dachte vielleicht könnte ich so etwas zu Essen auf den Tisch bringen. Ich begann damit kleine indianische Kinder zu malen.“
Sie verkaufte ein paar Bilder und malte standfest ein Jahr lang. „1995 hatte ich 34 Bilder gemalt und beschloss sie auf dem kommenden „Red Earth-(Rote-Erde-)Festival“ zu zeigen. Mein Mann erzählte das allen weiter und so kam ich auf die Titelseite der Zeitung. Das war mir so peinlich. Ich war besorgt; was wenn ich nach Hause kommen würde ohne auch nur ein einziges Bild verkauft zu haben? Auf dem Weg zum Festival hatten wir eine Autopanne. Ich sagte zu meinem Mann, ‚Lass’ uns einfach wieder nach Hause fahren. Es sollte nicht sein.’ Mein Mann antwortete, ‚Jetzt sind wir schon bis hierher gekommen - wir fahren da hin!’. Wir schafften es eines meiner Bilder für den Wettbewerb zu qualifizieren. Auf der Preisverleihung, riefen sie den dritten Preis aus, dann den zweiten, und schließlich gaben sie den Gewinner des ersten Preises bekannt und riefen meinen Namen aus! Ich brach in Tränen aus. Ich verkaufte alle meiner 34 Bilder. An diesem Abend aßen wir Steaks im Golden Corral.“

1997 stellte Howard ihre Bilder erstmals auf dem Indianischen Markt in Santa Fe aus und gewann eine kleinere Auszeichnung, aber vier Jahre später gewann sie dort sie den „Best of Paintings“ Preis. Sie erhielt auch im ersten Jahr eine Auszeichnung als sie auf dem Heard Museum Indian Fair & Market von 1999 in Phoenix ausstellte, und sie freut sich schon darauf in diesem Jahr wieder hinzugehen. Ihre Arbeiten verkaufen sich gut, Sammler sind verrückt danach und Museumsausstellungen können nicht mehr weit entfernt sein.
Dennoch, Howard hat ihre bescheidenen Wurzeln nicht vergessen. Sie gibt folgenden Rat an junge indianische Künstler: „Malt und zeichnet was ihr wollt, aber vergesst dabei niemals eure Familien. Vergesst nicht die Weise, wie eure Vorfahren lebten, und vergesst nicht eure Tänze, Lieder und Geschichten. Aber solltet ihr sie doch vergessen, dann erinnert euch wenigstens daran, dass ihr immer noch Indianer seid, egal was kommt! Das Malen ist meine Seele. Der schüchterne Teil in mir sieht die Schönheit im Herzen. Ich drücke mich über meine Hände aus. Ich wünschte nur, dass meine Eltern noch lebten und erleben könnten wie ich es in der Welt der Kunst zu etwas gebracht habe.“
Norma Howard wird ihre Arbeiten auf dem 2005 Heard Museum Guild Indian Fair & Market zeigen. Sie ist in ihrem Studio/Zuhause in Stigler, Oklahoma, unter der Nummer 918/967-4314 zu erreichen. Außerdem führt die Blue Rain Galerie in Santa Fe und Taos ihre Arbeiten.

Fotos: Seiten 34, 35
Link: „Das Herstellen von Quilt-Decken“, Copyright 2003, 41 cm x 51 cm, Wasserfarben; oben: „Morgennebel“, Copyright 2002, 56 cm x 66 cm, gerahmt, Wasserfarben; oben: „Das Sammeln von Holz“, Copyright 2004, 30 cm x 41 cm, Wasserfarben.


Mario Martinez ist ein bedeutender zeitgenössisch visueller Künstler, der in beiden Stilrichtungen, abstrakt und bildlich malt, und das in Öl, Acryl, verschiedenen Drucken und Zeichenmedien sowie muli-medial und multi-disziplinär. Er wurde in Phoenix, Arizona geboren und machte seinen Bachelor of Fine Arts an der Staatliche Universität von Arizona.1980 machte er dann seinen Master of Fine Arts am Kunst-Institut San Francisco. Er stellte seine Werke mehrmals in der Galerie für zeitgenössische indianische Kunst sowie an anderen Schauplätzen in der San Francisco Bay Area aus.

Martinez glaubt, dass es für abstrakte Maler wichtig ist, zunächst die Techniken der bildlichen und gegenständlichen Kunst zu beherrschen. Als er 1999 von der Stadt Scottsdale beauftragt wurde, ein Bild zu schaffen, in dessen Fokus sein Yaqui-Erbe stehen sollte, entschied er sich dafür einen traditionellen Yaqui-Hirsch-Tänzer zum Hauptthema seines Bildes zu machen.
„Ich wollte, mein Volk etwas über sich selbst sehen lassen“, erklärt er.
Außerdem findet er auch, dass abstrakte Kunst die perfekte Möglichkeit ist, um andere Szenen und Gefühle, die ihm am Herzen liegen, auszudrücken. „Der Grund warum ich ein abstrakter Maler wurde liegt darin, dass viel unseres zeremoniellen Lebens in Arizona nicht fotografiert, gemalt oder gezeichnet werden soll“, wie er sagt. „Die Zeremonien sind heilig, deshalb kann man sie nicht zum Objekt machen oder Objekte verkaufen, die mit speziellen Zeremonien zu tun haben. Ich habe immer gewusst, dass man das nicht tun darf und so...war es das Natürlichste in die abstrakte Kunst zu gehen. Die Herausforderung dabei war, etwas auszusuchen das etwas über dich und deine Kultur aussagt, ohne gleichzeitig einen Vertrauensbruch zu begehen und nicht das zu tun, was du den Älteren versprochen hattest, nicht zu tun.“

Er hat viele Inspirationsquellen, aber „die Naturgewalten“, verrät uns der Künstler „sind der innere Geist meiner Bilder.“ Seine bekanntesten Themen stellen Abstraktionen der Natur dar. „Ich weiß wo meine Symbole herkommen - aus der Natur, aber sie macht nur die eine Hälfte aus. Die andere Hälfte entsteht aus der Art und Weise wie der Verstand und die Hände des Malers sie visuell umsetzt.“
Kurz nach dem Jahr 2000 zog er nach New York City und tauchte dort in die internationale Kunstwelt ein. „In den ersten eineinhalb Jahren sah ich mehr großartige Kunst – von der Renaissance bis zum Postmodernismus – als jemals zuvor in meinem Leben“, sagt er. „Ich erfuhr die erstaunliche Intensität, wie sie von den Altmeistern und den besten modernen und zeitgenössischen Künstlern dargestellt wird. Ich malte in beiden Stilrichtungen – bildlich und abstrakt – und arbeitete mich allmählich bis zu großen Leinwänden vor (2,13 m auf 3,66 m).“
Der Umzug nach New York City bedeutete eine wesentliche Veränderung für den Künstler. Aber heute ist er über diese Veränderung glücklich. „New York City hat, wie das Leben auch, zwei Seiten. Es fordert so viel, aber es kann dir dafür auch so viel geben. Mein Leben als zeitgenössischer visueller Künstler in New York war voller Bildung, und das war wirklich etwas wert! Ich mag meine Arbeit mehr als jemals zuvor, und ich wachse.“

2002 wurde Martinez vom Nationalen Indianermuseum, einer Abteilung der Smithsonian Institution, zum Gast-Künstler ausgewählt. Es war Teil seines Stipendiums, eine Auswahl seiner Bilder online vorzustellen (www.conexus.si.edu). Aktuell werden seine Werke bei einer Serie von Ausstellungen im George Gustav Heye Center in New York City mit dem Titel New Tribe: New York, dabei sein. Die Serie wird Rückblicke von drei Künstlern, die sich inmitten ihrer Karriere befinden, und einer indianischen Theatergruppe beinhalten. Die Serie beginnt mit Martinez’ Ausstellung am 29. Januar und seine Arbeit wird bis zum 8. Mai zu sehen sein.
Auch das Heard Museum in Phoenix hat ein besonderes Interesse an Martinez und hat ihn beauftragt ein 6,70 Meter großes Werk aus fünf-Panelen mit gemischten Medien zu kreieren, das im Freien hängen wird. Inhaltlich erforscht es des Künstlers Interpretation der Yaqui-Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts in Arizona. Es wird im Mai während der großen Eröffnung der neuen Heard Signatur-Ausstellung, Home: Native Peoples in the Southwest (Heimat: Indianer des Südwestens) enthüllt werden. Das Rockwell Museum of Western Art in Corning, New York gehört auch zu denen, die seinen großen Stellenwert in der zeitgenössischen Kunst erkannt haben indem es eines seiner Bilder in seine Kollektion aufgenommen hat.
Mario Martinez kann über seinen Agenten Scott Andrews unter der Nummer 602 / 327-3786 oder über mariomartinez1@juno.com erreicht werden.

Fotos: Seite 37
Links: „First Mesquitescape (Erstes Mesquite-Cape)“, copyright 2001, 1,83 x 1,83 m, Acryl auf Leinwand; oben: “Celestial Home (Himmlische Heimat)”, copyright 2001, 1,78 m x 1,73 m, Acryl auf Leinwand.


Gregory Schaaf, Ph.D. (Cherokee) ist der Autor von “The American Indian Art Series”, mit biografischen Portraits von fast 10.000 indianischen Künstlern. Er erwarb seinen Doktor in indianischer Geschichte und machte einen separaten Abschluss in Kunstgeschichte an der Universität Kalifornien in Santa Barbara gemacht. Nach einer herausragenden Karriere als Universitätsprofessor für indianische Studien , ist er nun Direktor des Zentrums für indigene Kunst  & Kulturen in Santa Fe, New Mexiko.