Native Peoples Nov. / Dez. 2003; p. 28-37
REZ BIZ: Steigende Indianische Wirtschaftsentwicklung
Von Daniel Gibson; Übersetzung: C.-D. Asten, Interessengemeinschaft für Nordamerikanische Völkerkunde 1964 Berlin e.V.

Trotz des seit geraumer Zeit verhältnismäßig guten wirtschaftlichen
Erfolges der Spielkasinos auf einigen indianischen Reservationen in
ganz Amerika, bleiben das „Indianerland“ und der einzelne „Indianer“
insgesamt doch auf der unteren Sprosse der ökonomischen Leiter der
Nation. Zahlreiche Stämme versinken immer noch in scheinbar dauerhafter
Armut, bei Arbeitslosigkeitsraten von bis zu 60% und einer heillos
chaotischen technischen Infrastruktur. Soweit die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht ist diese: nach einem Jahrhundert des
Überlebenskampfes unter äußerst begrenzten Bedingungen, beginnen nun
viele Stämme damit, lebensfähige wirtschaftliche Bedingungen zu
schaffen und Tausende von „Indianern“ stürzen sich in die Welt von
Geschäftsgründungen und ökonomischer Entwicklung. Dies reicht vom
kleinen Familienunternehmen bis hin zum multinationalen Konzern, der an
der Börse gehandelt wird.
Der geschäftsführende Direktor am Harvard Projekt für „Indianische
Wirtschaftsentwicklung“, Andrew Lee, ein Seneca, meint dazu: „Was ich
sehe, ermutigt mich. Es gibt zwar eine lange Tradition
stammesgeschäftlicher Zusammenarbeit mit den Bundesagenturen, aber
heute suchen die Stämme vermehrt, ihre Geschäftsgrundlagen zu
diversifizieren und in vernünftiger Weise auf eine breitere und gesunde
Basis zu stellen“.
„Ich denke, die derzeitige Situation ist vielversprechend“, sagt
Caleene Jones-Newman, eine Lumbee und Vizepräsidentin der „Indianische
Wirtschaftsvereinigung“, und Chefin ihrer eigenen
Arbeitsvermittlungsfirma, Arrowhead Resources, in der Nähe Detroits.
„Allerdings kommen ‚Indianer’ sehr spät in den Zirkel privat geführter
Geschäfte – und in der Tat sind wir die Letzten. Weshalb? Ich vermute,
es liegt u.a. an der traditionellen Lebensüberzeugung, die uns hindert,
geschäftlichen Erfolg zu suchen – unsere Überzeugung, dass wir nur
gerade soviel benötigen, wie zum Leben notwendig ist und das ist nicht
gerade eine gute Voraussetzung, Geschäfte zu machen – allerdings sind
wir lernfähig, sogar schnell“.
Die Statistik der U.S. Behörde für Privatunternehmen unterstreicht
dies. Überraschenderweise gibt es in den USA 197.000 Unternehmen im
Besitz und geführt von „Indianern“, mit einem Jahresumsatz von
insgesamt 34 Milliarden Dollar und rund 300.000 Beschäftigten.
Oklahoma ist vermutlich Sitz der meisten Unternehmen im Besitz und
unter Führung von „Indianern“. „Was wir hier in Oklahoma sehen, erfreut
mich ungemein“, erklärt Dan Bigby (Cherokee), der gewählte Präsident
der Indianischen Handelskammer von Oklahoma. Seine eigene Firma, die
Bigby Produktion, ein Film- und Video-Unternehmen, wurde vor 10 Jahren
gegründet. „Die Kammer umfasst derzeit 600 Mitglieder, deren Zahl
ständig wächst, und wir erleben mehr Gründungen und eine höhere Rate
bestehen bleibender Unternehmen. Eine Menge indianischer Unternehmen
sind hier auf solchen Geschäftsfeldern, wie ‚A’ (für ‚appraisals’ =
Schätzung) bis ‚W’ (für ‚wiring’ = Verdrahtungen) erfolgreich
tätig. Ich denke schon, dass wir fürs Geschäftsleben fähig sind,
schließlich waren „Indianer“ einst hervorragende Händler und Jäger –
Aktivitäten, die Planung, Gruppenzusammenwirken und exakte Ausführung
verlangten. Die Fähigkeiten sind vorhanden, es ist nur eine Frage der
Einstellung“.
Einige indianische Unternehmen wirken sogar auf internationalem Niveau,
wie z.B. die „Indigenous Global Development Corp.“ (Globale Indigene
Entwicklungsgesellschaft) in San Francisco unter der Leitung von Deni
Leonhard (Confederated Tribes of Warm Springs, Oregon), einem
Absolventen der Harvard Universität. Dieses im NASDAQ gehandelte
Unternehmen schloss gerade Verhandlungen über den Kauf von Erdgas in
einer Höhe von 1,7 Milliarden Dollar ab, das von den „Canadian First
Nations governments“ (Indianische Selbstverwaltungen Kanadas) für
ein Kraftwerk, welches in Washington gebaut wird, geliefert werden
soll. „Wir sehen ein gewaltiges Potential für einen gemeinsamen Markt
mit indigenen Selbstverwaltungen über den gesamten Erdball“, meint er.
„Eine Gute Führung gepaart mit wirtschaftlichem Weitblick kann und wird
unzureichende Grund-voraussetzungen und historische Armut beseitigen.
Doch mit unseren wachsenden Erfolgen, so fürchte ich, werden wir uns
auch politischen und gesellschaftlichen Gegenreaktionen ausgesetzt
sehen.“
Anderen klassischen Hindernissen sehen sich Stammesentwicklungen
ausgesetzt, so z.B. durch die Tatsache (ob nun gut oder schlecht), daß
Stammesland der Treuhandschaft des Bundes unterliegt und von daher
geschichtlich bedingt nicht als Sicherheit genutzt werden kann und so
den Stämmen die Beschaffung von Finanzmitteln verwehrt ist. Hierzu
bemerkt Pete Homer, Gründer und Leiter der „National Indian Business
Association“ in Washington: „Wir sind zwar reich an Land, doch häufig
bitterarm. Aber wir sind doch sehr ermutigt – wir haben ein Zuwachs um
76% bei den indianischen Unternehmungen innerhalb des letzten
Jahrzehnts erlebt, und wir ernten einen bedeutenden Anteil am
Gesamtbild der Wirtschaft der Nation“.
Diese Wirtschaftsunternehmen überspannen ein weites Feld,
einschließlich kleiner Firmen. Kabotie Software Technologies in
Lakewood, Colorado, haben sich auf die Entwicklung von Software und
deren Anwendung spezialisiert; Lakota Express unter der Leitung Karlene
Hunters in Kyle, Süd Dakota, konzentrieren sich auf Direktzustellung
und Vertriebsdienstleistung; Nakota Designs in Denver liefern
Kunstgraphikmuster und –produktionen; DataCom Sciences aus Alberquerque
liefern Informationssysteme, Datenerfassung und –analysen; Indians and
Cowboys unter der Leitung von Mary Jane Banfield und Eric Thomas
(Narragansett) aus Rhodes Island betreiben eine Fertigungsstätte für
Essgeschirr indianischer Thematik und die Firma Native American
Photovoltaics aus Winslow in Arizona liefert Solarenergieanlagen für
Wohnungen auf der Navajo-Reservation, die nicht am Stromversorgungsnetz
angeschlossen sind und dies sowohl kommerziell, als auch gemeinnützig.
Außerdem existieren Besterbungen auf Stammesebene. Die Morongo Gruppe
der Mission Indianer in Kalifornien hat sich mit Nestlé zusammengetan
um für 26 Millionen Dollar eine „Arrowhead Mountain Spring
Water“-Abfüllanlage aufzumachen; der Stamm der Chickasaw aus Oklahoma
besitzt und führt die sehr erfolgreiche Bank2 und die Jicarilla-Apache
aus Neu Mexiko eröffneten kürzlich einen Vollsortimenter-Supermarkt mit
umfassendem Service-Angebot und Eisenwarenhandel. In Kanada besaßen und
führten die Cree seit 1982 eine regionale Fluglinie, die „Air Creebac“,
mit heute 185 Beschäftigten. Wohin man auch schaut, es bricht eine neue
Ära im „Indianerland“ an, in der „Indianer“ ihre eigene wirtschaftliche
Zukunft kontrollieren.
Schauen wir uns jetzt einmal 11 der führenden indianischen
Geschäftsführer und 10 indianer- eigene Unternehmen an, die die Stärke,
Vielfalt und Hoffnung der wirtschaftlichen Entwicklung von
Indianerstämmen, Unternehmern, gemeinnützigen und anderen
Gesellschaften veranschaulichen – auf und außerhalb der Reservationen.
Phillip Martin (Mississippi Band of Choctaw Indians)
von Barbara Powell; Übersetzung: C.-D. Asten, Interessengemeinschaft für Nordamerikanische Völkerkunde 1964 Berlin e.V.

Nach zehn Jahren Dienst bei der US-Luftwaffe rund um die Welt kehrte
Phillip Martin im Jahre 1955 nach Hause zurück und fand die Reservation
der Mississippi Band of Choctaw Indians völlig unverändert vor. Obwohl
der Stamm in dem selben Jahr, in dem Martin in die Luftwaffe eintrat,
die Unabhängigkeit einer Nation erlangte, blieb der Stamm erschreckend
arm, eine der ärmsten Gruppen im wohl ärmsten Staat Amerikas. Das
eheste, was die meisten Stammesmitglieder als Job für ein paar Dollars
am Tag ergattern konnten, war Baumwollpflücken im brutal schwül-heißen
Süden. Martin erinnert sich, dass es auf der Reservation keine
Arbeitsplätze gab und er auf der Suche nach Arbeit von Memphis bis
Pascagoula reiste.
Rund ein halbes Jahrhundert später stand kürzlich der Generaldirektor
von Hard Rock International , die für diese erfolgreiche
Restaurantkette bekannt ist, eines Wochentags Morgens neben Martin im
jüngsten Hard Rock Café. Der Rahmen: das Pearl River Resort, ein
schimmerndes 600 Millionen Dollar Spielkasino und ein Mekka für
Freiluft-Veranstaltungen im Besitz und betrieben von den Choctaw auf
ihrer Reservation in Mississippi.
Martin, mit seinen 77 Jahren immer noch mit rabenschwarzem Haupthaar,
und seit 1979 der vom Stamm gewählte Häuptling und Vorsitzender des
Stammesrates, eröffnete an diesem Tage auf die für ein „Hard Rock Café“
traditionelle Weise das Café, indem er mit voller Wucht eine Gibson
Epiphone Special-Gitarre auf den blitzsauberen Betonboden des Café’s
schmetterte, und sie dann an den geborstenen und verhedderten Saiten
emporhaltend mit einem breiten Grinsen meinte: „wer hätte je geglaubt,
dass es im Bezirk Neshoba einmal ein ‚Hard Rock Café’ geben würde? Ich
nicht.“
Von Armut zu einem kraftvollen Wirtschaftsstandort
Was aber wichtiger ist, wer hätte je geglaubt, dass sich dieser
9.000-Seelen Stamm in weniger als zwei Generationen zu einem
kraftvollen Wirtschaftsstandort mausern könnte mit einer Reihe von sich
selbst tragenden Unternehmen, die einen Jahresumsatz von 450 Millionen
Dollar erwirtschaften und die für jedes Stammesmitglied den notwendigen
Arbeitsplatz ausweisen? Martin, den man erst kürzlich zu seiner siebten
Amtszeit in Folge zum Häuptling gewählt hatte, antwortete hierauf
lapidar: „Wir entwickelten eine Ökonomie“.
Genauer gesagt: der Stamm ergriff Martin’s Vision, dass nämlich
Unternehmertum die Choctaw selbständig machen könnte. Die
Wiederauferstehung der Choctaw wurde immer wieder durch Martins
unübertroffenes Engagement angespornt , das durch die Struktur der
Stammesverwaltung insofern gestärkt wurde, als dass der Rat als
Direktorium fungiert mit Martin als vorstehendem Direktor und den
Stammesmitgliedern als die wesentlichen Teilhaber.
Auch erwarb sich der Stamm eine bessere Kenntnis darin, wie man
Bundeshilfe anwirbt. Unternehmenserträge werden durch Bundeszuschüsse
verstärkt, um so der Gemeinde der Choctaw bessere Dienstleistungen
bieten zu können, so u.a. ein 43-Betten-Krankenhaus, acht Schulen,
Hypothekenzins von 3% und kostenlosen Collegebesuch. Für das
Harvard Projekt für Indianische Wirtschaftliche Entwicklung an der
Kennedy-Schule für Regierungsaufgaben der Harvard Universität rangiert
der Stamm als einer der wirtschaftlich erfolgreichsten von den 559
durch die Bundesregierung anerkannten Stämmen der Nation. Andrew Lee,
Direktor des Harvard Projekts, sagt hierzu: „Sie lagen wirtschaftlich
völlig am Boden, doch nun sind sie ein Stamm der es nicht nur alleine,
sondern auch richtig macht. Selbstbestimmung war die Vision und sie hat
ihnen ausgezeichnet geholfen“.
Vor vierzig Jahren lag die Arbeitslosenquote bei 80%, 88% aller
Haushalte verzeichnete ein Jahreseinkommen von unter 3.000 Dollar, und
gerade mal rund zwei Dutzend Stammesmitglieder konnten von sich
behaupten, wenigstens eine höhere Schulbildung erlangt zu haben. Martin
aber bemerkte, dass Mississippi anfing für kleinere
Industrieunternehmen interessant zu werden und war der Auffassung, dass
die Entwicklung von eigenen Unternehmen für die Choctaw ein
erreichbares Ziel sei. „Ich erklärte dem Rat, dass, wenn wir nicht
Arbeit schaffen, wir ewig auf die Wohlfahrt angewiesen sein würden und
unsere jungen Leute wegziehen würden.“ Der Rat pflichtete ihm bei, doch
sollte es noch über zwanzig Jahre dauern, ehe die Choctaw ihr erstes
Unternehmen eröffneten.
Im Jahre 1979 suchten Packard Electronics nach einem Partner als
kleinerer Zulieferer für Kabelbäume für die General Motors Corp. Der
Stamm, der zwar inzwischen ein Industriegelände erschlossen hatte,
jedoch keine Unternehmen zur Ansiedlung überzeugen konnte, war an
Packard’s Projekt interessiert, hatte aber kein Geld. Martin belagerte
das Büro für Indianische Angelegenheiten und setzte sich für einen
Kredit gemäß den Bestimmungen des „Indian Finance Act“
(Finanzierungs-hilfegesetz für Indianer) ein. Dieses Gesetz garantiert
eine 90% Kreditabdeckung. Nach einem halben Jahr hatte Martin eine 2
Millionen Dollar Bundesanleihe in der Tasche, was er mit dem Scherz
quittierte: „Die wollten mich in Washington einfach nicht mehr sehen“.
Die Choctaw aber hatten ihr erstes Unternehmen.
25 Unternehmen und es geht weiter
Heute beaufsichtigt der Stamm 22 Unternehmen und hat die Mehrheit an
drei weiteren Gemeinschaftsunternehmen. Seine größte Unternehmung ist
das „Pearl River Ressort“, dessen zwei Kasinos den Stamm zum
drittgrößten Spielbetrieb nach Connecticuts Mashantucket Pequots and
Mohegans machen. Der Stamm schuf 8.000 Arbeitsplätze, von denen über
60% von Leuten eingenommen werden, die keine Stammesmitglieder sind,
und man schätzt das jährlich dem Staat Mississippi zugute kommende
Bruttosozialprodukt auf rund 1,2 Milliarden Dollar.
Des weiteren besuchen über 400 Stammesmitglieder im Jahr 2003 das
College. Tatsächlich, geht es allen derart gut, dass die
Jungerwachsenen des Stammes – die meisten von ihnen wollen (hier) leben
und entweder für ein Stammesunternehmen oder die Verwaltung arbeiten –
die alten harten Zeiten nur noch vom Hörensagen her kennen. „Ich habe
all diese Geschichten über das harte Leben, das unsere gesamte Familie
als Baumwollpflücker hatte führen müssen, gehört“, erzählt Jason York,
28 Jahre alt, und im „Golden Moon Casino/Hotel“ als Leitungsassistent
angestellt, dessen Vater jetzt als Rektor einer Schule tätig ist. „Aber
während ich aufwuchs, gab es bereits ein Industriegelände und ein
Unternehmen zur Herstellung von Kabelbäumen, womit die
Lebensbedingungen schon einiges besser waren, als zur Zeit meiner
Eltern“.
Innerhalb des Stammes sind die Stammesmitglieder nicht mit allem
einverstanden. Von den sieben einzelnen Gemeinden der Choctaw haben
zwei sich entschlossen, nicht der Stammesverfassung beizutreten. Von
seinem Stamm erklärt Martin selbst, dass nicht alle Mitglieder zu 100%
hinter den Entscheidungen des Rates stehen. Dennoch hat Martin im Juni
seine Wiederwahl leicht gewonnen. Die Stammesmitglieder stimmen
offenbar mit Andrew Lee darin überein, daß Martins Führung eine ganz
entscheidende Rolle für den Erfolg des Stammes gespielt hat.
„Schau’n sie sich doch um“, meint Bob Tubby, ein Angestellter im
Gesundheitszentrum der Choctaw, „in einem Flecken, wie diesem hier,
etwas derart zu errichten – er ist ein Visionär, und der richtige Mann
zur richtigen Zeit“.
Barbara Powell lebt in Jackson, Mississippi. Sie arbeitete 15 Jahre als
Berufsjournalistin für größere Tageszeitungen in Louisiana, Texas und
Florida. Derzeit ist sie als Wirtschaftskorrespondentin für Associated
Press tätig.
Schnappschuss von einem Stamm:
Mississippi Band of Choctaw Indians
• Einziger Stamm Mississippis, der vom Bundesstaat anerkannt wurde
• 9.100 Stammesmitglieder, von denen 6.000 auf der 141,64 kmē großen Reservation leben
• Stammesregierung ist ein demokratisch gewählter Häuptling und ein 16-köpfiger Rat
• Die Nettoeinnahmen des Choctaw Resort Development
Enterprise beliefen sich für 2002 auf 248,2 Millionen Dollar
• Das Gesamtvermögen beläuft sich auf 1,4 Milliarden Dollar
• Besitzt 22 Unternehmen, ist beteiligt an drei anderen in sieben U.S.-Bundesstaaten und in Mexiko
• Geschäftssparten: Elektronische Bauteile,
Kunststoff-Spritzguss, Werbedruck, Autohandel, Pflegeheim, Werbeagentur
• Gaming Pearl River Ressort mit zwei Casinos/Hotels,
15 Restaurants, Golfplatz, Wasserpark mit einem rund 1,2 kmē großen See
Dave Anderson (Chippewa/Choctaw)
Nach einer Mischung geschäftlicher Erfolge und Misserfolge, hat Dave
Anderson das richtige Rezept gefunden, als er im Jahre 1994 sein erstes
„Famous Dave’s BBQ Shack“ in Hayward, Wisconsin eröffnete. Sein
Räucher-Rippchen Restaurant vermittelte die Atmosphäre Amerikas
abgelegener Barbeque-Läden in Verbindung mit seiner preisgekrönten
Küche. Das lächelnde Antlitz von „Famous Dave“ wurde bald von Küste zu
Küste zu einer anerkannten Ikone für legeres Essen.
Derzeit besitzt Anderson, Gründer und Vorsitzender von „Famous Dave’s
of America“, in 43 Orten Restaurants und weitere 41 Restaurants stehen
für ihn in 23 Staaten unter Franchisevertrag. Außerdem hat die Firma
für weitere 148 Restaurants Entwicklungsverträge laufen.
Der ‚self-made’ Mann, der sowohl an die Kraft Gottes glaubt, als auch
daran, dass ein jeder seine Ziele verwirklichen kann, wurde im
September als Leiter des „Bureau of Indian Affairs“, dem Büro für
Indianische Angelegenheiten, vorgeschlagen.
Einzelheiten unter 952/294-1300 bzw. www.famousdaves.com
Howard Frederick (Turtle Mt. Band of Chippewa)
Ein Hochschulabschluss war der Startpunkt der Karriere von Howard
Frederick, weil zu der Zeit nur wenige andere Stammesangehörige einen
gleichwertigen Ausbildungsstand erreicht hatten. Der Direktor von
„Uniband“, einem Dienstleistungsbetrieb für Datensammlung,
Programmierung, Kodierung, Scanning , Formatierung usw., auf der Turtle
Mountain Reservation in Nord Dakota schloß sein Studium der
Betriebswirtschaft an der Minor State University im Jahre 1967 ab.
Frederick arbeitete zwei Jahre lang Mitarbeiter der Steuerbehörde,
bevor er heimkehrte und ein Mitarbeiterprogramm mit 400 Angestellten
des US. Arbeitsministeriums startete. 1975 begann er eine 24-jährige
Karriere als Finanzdirektor eines örtlichen Schuldistriktes. Zu
„Uniband“ kam er erstmals mit 53 Jahren, verließ aber die Firma kurz,
um sein eigenes Unternehmen zu gründen, das er aber doch kurz darauf
wieder verkaufte und zu „Uniband“ zurück kam.
Dieses stammeseigene Unternehmen beschäftigt 80 Angestellte, erwartet
für 2003 einen Verkaufserlös in Höhe von 5 Millionen Dollar und
weiteres Wachstum. „Die Gemeinde hat ein völlig neues Gesicht
bekommen“, erklärt Frederick. „Wir haben reichlich junge Leute, die mit
einer Ausbildung heimkommen“.
Einzelheiten unter: 800/254-0650 oder www.uniband.com
Marie Greene (Inupiaq)
Während sie heranwuchs hörte Marie Greene die Berichte des Direktors
der NANA Corpora-tion, einer von 13 Gesellschaften im Besitz
Eingeborener aus der Region, ohne je zu ahnen, daß sie selbst dereinst
die Direktorin dieser Gesellschaft sein sollte. NANA’s Aktivitäten
haben so ziemlich alles in der Region Nana beeinflusst, einem rund
98.420 kmē großen Gebiet im Nordwesten Alaskas, größtenteils nördlich
des Polarkreises gelegen und Heimat der Inupiaq.
Bis zum Besuch der Oberschule hatte Greene ihr kleines Dorf niemals
verlassen und als sie die Wirtschaftsschule in San Jose, Kalifornien,
besuchte, begrüßte sie immer noch jeden, den sie auf der Straße antraf,
wie sie es von Zuhause gewohnt war. So erzählt die 57-jährige: „Ich
wuchs mit dem auf, was das Land hergab. Meine Erziehung verdanke ich
dem ganzen Dorf“.
Nun, an der Spitze dieser milliardenschweren Gesellschaft, zu der 29
Unternehmen gehören, ist Greene diejenige, die die Berichte über NANA
vorlegt. Einst drängte sie ein Mentor, sich doch für den
Bürgermeisterposten zu bewerben und ein Senator von Alaska bot ihr
einen Posten in Washington, D.C. an, „Mir stand alles offen.“ Doch sie
entschied sich, in der Heimat zu wirken, und sagt: „ich habe es nie
bereut.“
Einzelheiten unter: 907/442-3301 bzw. www.nana.com
Ray Halbritter (Oneida)
Ray Halbritter war es, der den Stamm der Oneida aus der Mitte des
Staates New York aus anhaltender Armut zu wirtschaftlicher und
politischer Macht führte.
Als Vertreter der Oneida-Nation seit 1975 und Stammesdirektor seit 1990
handelte er mit dem Staat New York den ersten Vertrag über ein
Stammescasino aus und beaufsichtigt das „Turning Stone Casino Resort“,
die „Indian Country Today“ (die führende indianische Wochenzeitschrift
des Landes), eine Fernseh- u. Filmproduktion, die „Four Winds Media
Inc.“, eine Tankstellen- u. Tabakwaren-Kette, drei Yachthäfen, sowie
eine Herde schwarzer Angus-Rinder. Außerdem gründet er gerade einen
Flugcharter-Dienst namens „Four Directions Air“.
„Turning Stone“ ist schon für sich genommen ein großes Unternehmen.
Dort sind 3.300 Leute beschäftigt und der Stamm schätzt, daß jährlich
etwa um die 310 Millionen Dollar in die regionale Wirtschaft in Form
von Löhnen, Waren und Dienstleistungen, sowie in Finanz- und
Bauprojekte fließen. Aus den Einnahmen des Kasinos wurden der Bau eines
neuen Stammes-Altenzentrums, eines Gemeindezentrums mit
Gesundheitseinrichtung sowie der Ankauf von 64,75 kmē angestammten
Landes finanziert.
Andererseits wird er, der ein Jurastudium an der Harvard Universität
abgeschlossen hat, als eine kontroverse Persönlichkeit, sowohl im
geschäftlichen, als auch im politischen Sinne gesehen. Seine Kritiker,
darunter auch seine direkte Kusinen und Vettern, zeichnen ihn als einen
machthungrigen Tyrannen, der die Kontakte zu seinen Traditionen
verloren hat. Darauf erwidert Halbritter: „Unsere Stammesmitglieder
benötigen den Gesundheitsdienst für Indianer nicht mehr. Das ist
Souveränität.“
Weitere Einzelheiten unter 315/829-8399 bzw. www.oneida-nation.net
Don Kelin (Caddo)
Der Schlüssel Caddo Office Products ( Caddo Büroartikel) zu betreiben
ist, „Indianer“ auf die entscheidenden Führungspositionen zu setzen,
erklärt Don Kelin, Vorsitzender und Leitender Geschäftsführer dieser
Firma. Die in Denver ansässige Firma steht in Konkurrenz zu solchen
Firmen, wie Office Depot, Staples und Boise Cascade (seit Jahrzehnten
führende US-Unternehmen der Büroartikel-Branche; d. Übers.) und
ergattert sich ein Stück aus diesem hart umkämpften Feld. Seine im
Jahre 1990 gegründete Firma beschäftigt 20 Mitarbeiter, hat weitere 50
unter Vertrag und ist auf dem Wege, sich auf 300 Mitarbeiter zu
vergrößern.
„Ich bezeichne mich selbst als einen ‚Indianerunternehmer’“, sagt der
frühere Football-Spieler, dem es ein Anliegen ist, in Vorträgen vor
Gruppen indianischer Jugendlicher zu betonen, dass nichts dabei sei,
finanziell erfolgreich zu sein. Ich sage ihnen: „Es ist absolut in
Ordnung, eine Garage für drei Wagen zu haben. Es ist spielt überhaupt
keine Rolle, dass du nicht auf der Reservation groß geworden bist. Das
alles bedeutet nicht, dass du kein Indianer bist. Indianer bist du in
deinem Herzen.“
Weitere Einzelheiten unter: www.caddosupplies.com bzw. 303/534-3252
Gene Keluche (Wintu)
ne Keluche wuchs als Waisenkind auf, ohne zu ahnen, dass seine
Wurzeln bei dem Volk der Wintu im nördlichen Kalifornien lagen. Doch
wie der Zufall es wollte, traf er die Frau, die für seinen Großvater,
einem religiösen Führer, gedolmetscht hatte und kam so wieder zu seinem
Stamm zurück. Die Älteren seiner wiedererlangten Familie rieten ihm,
das Geschäft, das er zu einem äußerst erfolgreichen Unternehmen
aufgebaut hatte, nämlich International Conference Ressorts, zu
verkaufen, was er dann im Jahre 2001 auch tat.
Heute ist Keluche Vorsitzender zweier Unternehmen, nämlich der Native
Communities Development Corp. und dem Native American Resorts, sowie
einer gemeinnützigen Organisation, dem Native American Sports Council.
An der Universität von Pennsylvania habilitiert er sich derzeit mit dem
Thema Schaffung von Planungsmodellen für Bodenschätze, um damit
Stammesführer in die Lage zu versetzen, Verhandlungen für
Entwicklungsgeschäfte führen zu können. „Immer wieder musste ich
erfahren, dass Stämme durch die Führung des BIA bzw. Mangel an Führung
bei Verhandlungen quasi „verhackstückt“ wurden,“ erklärt Keluche. „Oft
genug verbleibt dem Stamm eine schachbrettartige Menge Landes, das ihm
keine Möglichkeit der Entwicklung lässt.“ Doch es ändert sich.
Die Stämme und nicht-indianische Unternehmen erkennen mehr und mehr
ihre gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit.
Weitere Einzelheiten unter: www.nascsports.org oder 719/632-5282
Lance Morgan (Ho-Chunk)
Lance Morgan suchte den Mantel des Erfolges, etwas, was er als Kind nie
erleben durfte. Mit Unterstützung seiner Eltern, die von einer guten
Ausbildung überzeugt waren, machte der 35-jährige an der Universität
von Nebraska seinen Wirtschaftsabschluss und danach einen Juraabschluss
an der Harvard-Universität.
Der Leitende Geschäftsführer von Ho-Chunk, Inc., der Firma der
Nebraska-Winnebago, die alle Unternehmen des Ho-Chunk-Stammes, die
keine Spielkasinos sind, beaufsichtigt, erklärt: „Ich habe Glück
gehabt. Ich machte meinen Jura-Abschluss gerade zu der Zeit, als es mit
den indianischen Kasinos begann [ wodurch der Stamm seine ersten
Finanzmittel zur wirtschaftlichen Entwicklung bekam]. Ich erhielt schon
früh eine Führungsposition und ich hatte das Glück, die Dinge nicht
völlig durcheinander zu bringen.“
Ho-Chunk Inc.’s Ertrag erreichte im Jahre 2002 den Spitzenwert von 100
Millionen Dollar, aus verschiedenen Unternehmen, einschließlich
Hausbau, einer Einzelhandels-Ladenkette, einem Internet-Warenhandel
(www.AllNative.com) und einem Internet Nachrichtendienst
(www.Indianz.com) .
„Wir sind ein Stamm, der durch sein Kasino im Jahr nur ein paar
Millionen macht“, bemerkt Morgan. „Doch gerade jetzt setzt ein
wirtschaftliches Wiedererwachen im „Indianerland“ ein und das zieht
sich über die gesamte Nation“.
Einzelheiten unter: 800/439-7008 bzw. www.hochunkinc.com
Anthony Pico (Kumeyaay)

Anthony Pico, seit 1982 Vorsitzender der Viejas Gruppe von den Kumeyaay
Indianern in der Nähe San Diegos in Kalifornien, meint: “Die Leute
fragen mich nach unserem Erfolg. Als wenn ich ihnen etwas erzählte, was
sie nicht ohnehin schon wissen. Nach einem 16-Stunden-Tag und dies an
sechs und sieben Tagen in der Woche, kannst du nur Glück haben“,
scherzt er.
Unter den Geschäftsunternehmen des Stammes finden sich das Viejas
Casino, RV Parks („Campingplätze für Wohnmobile“), das Viejas Outlet
Center und die Majorität an der Borrego Spring Bank. Im April 2003
gründete die Gruppe zusammen mit drei anderen Stämmen das „Four Fires
LLC“, um eine 13-stöckige Wohnheimanlage durch Marriott in Washington,
D.C. zu bauen.
Der Aufbau von Stammesunternehmen ist ein „hartes Brot“, aber
Öffentlichkeitsarbeit ist das letzte „Schlachtfeld“, meint Pico und
sagt: „Ich glaube fest daran, daß am Ende der Wähler das Schicksal der
‚Indianer’ bestimmt.“
Einzelheiten unter: 619/455-3810 bzw. www.viejas.com
Kenneth Reels (Mashantucket Peqout)

Kenneth Reels (43) hat eine der wohlhabendsten indianischen Nationen,
nämlich den Stamm der Mashantucket Pequot in Connecticut und Eigner des
Foxwoods Resort Casino aus dem Dunkel der Verzweiflung in’s Sonnenlicht
des Erfolges geführt – allerdings war dies kein einfacher Weg.
Reels, der 1999 zum Vorsitzenden des Stammes gewählt worden war und
heute dem Stammesrat für Wirtschaftliche Entwicklung vorsteht, bemerkt:
„Wir wurden von allen Seiten angegriffen. Wir versuchen, der Welt
beizubringen, dass wir von jeher hier waren.“
Mit dem Ertrag aus dem Kasino spendete der Stamm dem National Museum of
the American Indian zehn Millionen Dollar, errichtete ein
Gemeinschaftszentrum, sowie ein Kinderentwicklungszentrum und kaufte
ehemaliges Stammesland zurück. Außerdem errichtete und betreibt der
Stamm für 193 Millionen Dollar ein Museum, das speziell die Geschichte
der Mashantucket Pequots darstellt – eine Geschichte, die sich als
unerlässlich zur Unterstreichung ihrer Identität erwiesen hat.
„Die Stämme im Westen beginnen auf das zu schauen, was im Osten
geschieht“, meint Reel. „Nun kommen sie wegen deines Landes. Sie kommen
schnell. Pass also auf! Du wirst es sonst verlieren.“
Einzelheiten unter: 860/396-6500 bzw. www.pequotmuseum.org
Tracy Stanhoff (Prairie Band Potawatomi / Choctaw)
Der Großvater von Tracy Stanhoff, ein Vollblut-Choctaw, wünschte, daß
sie ein Geschäft für Grußkarten aufmacht, weil sie so gerne malte. Sie
erinnert sich: „Er hatte sich einen Plan für uns zurecht gelegt, dass
wir alle selbständig sein und für uns alleine sorgen sollten.“
Mit 26 Jahren gründete sie, das dritte Kind von fünf, in ihrem Haus im
südlichen Kalifornien, wo sie aufgewachsen war, eine Firma für
Öffentlichkeitsarbeit. Jetzt, 15 Jahre später, reicht ihre
Werbe-Kundschaft von Anfängern bis hin zur Walt Disney Company und dem
National Congress of American Indians.
Im Jahre 2000 ernannte sie das National Center for American Indian
Enterprise Development (Nationales Zentrum für indianische
Geschäftsentwicklung) zur „Indianischen Geschäftsinhaberin des Jahres“.
Doch ihre Erfahrungen haben sie gelehrt, daß Erfolg nicht leicht zu
erweben ist. „Werde gut ausgebildet und finde einen guten Mentor“, ist
ihr Rat.
Einzelheiten unter: 714/898-6364 bzw. www.adproweb.com
Dogrib Tribe: Diamanten sind des Stammes beste Freunde
Die jungen Leute aus dem Dorf Rae-Edzo im Nordwest Territorium Kanadas
tragen in diesen Tagen T-Shirts mit dem Aufdruck: „Diamanten sind die
besten Freunde der Dog Rib“. Der Stamm der Dogrib, auch bekannt unter
dem Namen Tlicho First Nation, betreibt ein Geschäftsunternehmen, die
Deton’Cho Investment, zu der dreizehn Firmen gehören, doch die jüngste
Firma – ein Diamantunternehmen – könnte sich als ein echter Treffer für
diese zuvor verarmte Nation erweisen.
Deton’Cho betreibt jetzt unter der Leitung von Generalmanager Neil
McFadden mit dem neuen Globalen Partner Schacter und Namdar ein
Diamantenverarbeitungsgeschäft für Diamanten aus zwei Minen, die auf
Stammesland liegen.
Diese Firma, Canada Dene Diamonds, erwartet für 2003 einen Bruttogewinn
in Höhe von 35 Millionen can.$. Hierzu bemerkt McFadden: „ Es bedarf
nur einer kleinen handvoll Diamanten, um daraus eine Million Dollars zu
machen.“ Die Rohdiamanten, die aussehen wie Bruchstücke einer
Windschutzscheibe, wenn sie angeliefert werden, werden derzeit
von fremden Technikern bearbeitet, doch mit der Zeit lernen indianische
Arbeitskräfte das Geschäft und werden es beherrschen, meint McFadden.
Darüber hinaus hat der 4.000 Seelen umfassende Stamm mit der
kanadischen Regierung kürzlich eine Übereinkunft unterzeichnet, nach
der ihm die völlige Kontrolle über die Entwicklung der Jagd, der
Fischerei und der industriellen Entwicklung auf ihrer rund 38.850 kmē
großen Reservation ebenso übertragen wird, wie das alleinige
Nutzungsrecht an den Bodenschätzen. Dies schließt einen Eigenanteil an
dem Projekt für eine vorgesehene Erdgasleitung im Mackenzie Becken mit
einem geschätzten Wert in Höhe von 4 Milliarden Dollar ein.
Einzelheiten unter: 867/873-8951
Jamestown Seafood: A Natural Enterprise
Mag jemand Geoduck? Taucher sammeln für die Jamestown Seafood Company
in rund 21 m Tiefe auf dem Meeresboden eine sich wachsender Beliebtheit
erfreuende riesige Venusmuschelart, die Geoduck genannt wird. Die im
Besitz des Stammes der Jamestown S’Klallam im Nordwesten des Staates
Washington befindliche Firma versendet jährlich rund 300.000 Pfund
(brit. Pfund = 453 g) dieser Geoduck-(Venusmuscheln).
Fabrikmanager Klayton Waldron beaufsichtigt nicht nur die Tauchgänge
von April bis November vor der Olympic-Halbinsel, sondern auch das
Einsammeln der Dungeness Krabben und Manila Venusmuscheln, die als
Lebendware an Groß- und Einzelhandelskunden von San Francisco bis China
und New York geliefert werden.
„Sämtliche Taucher sind Stammesmitglieder“, erklärt der 24-jährige
Waldron, aber Krabben und Venusmuscheln werden auch von Fischern des
Ortes aufgekauft. Mit seiner Erfahrung versucht er, dass alles
vernünftig abläuft, „Du kannst alles planen, wie du willst, letztlich
kommt es, wie’s kommen soll. So geht’s eben, wenn man mit lebenden
Meeresfrüchten arbeitet.“
Einzelheiten unter: 360/683-2482 bzw. www.shellfishnw.com
Die Bank der Indianer: Das Verdienen beginnt hier

Im Jahre 2001 gründete eine handvoll Stammesregierungen die Bank der
Indianer mit dem Ziel, dringend benötigtes Geschäftskapital, sowie ein
Instrumentarium zur Entwicklung im Indianerland zur Verfügung zu
stellen und die Wirtschaftskraft der Stämme zu stärken.
Es begann mit dem Aufkauf der Blackfeet National Bank in Browning,
Montana, und umfasst heute Investitionen durch die Arctic Slope
Regional Corp., die Nation der Blackfeet, die Eastern Shoshone, die
Gruppe der Grand Traverse Ottawa und Chippewa Indianer, die Gruppe der
Mille Lacs Ojibwe, die Nation der Navajo, den Stamm der Oneida in
Wisconsin, die Sealaska Corp., die Three Affiliated Tribes, den Ute
Mountain Stamm der Ute und die Mashantucket Pequot Nation.
Mit Stand vom Juli 2003 vergab das Unternehmen Kredite in Höhe von rund
9 Millionen Dollar an über 525 Kreditnehmer, und half insofern bei der
Gründung von einer Reihe erfolgreicher Unternehmen. „In fünf Jahren
wird die Bank der Indianer für die indianischen Gemeinden auf dem
Gebiet der Finanzdienstleistungen das führendste Unternehmen sein und
Filialen im gesamten „Indianerland“ haben,“ prophezeit John Beirise,
Präsident und Geschäftsleiter des Unternehmens.
Einzelheiten unter: 303/988-2727 bzw. unter www.nabna.com
Red Man Pipe & Supply: Liefert Amerikas Energie
Red Man Pipe & Supply („Roter Mann“ Röhren & Versorgung) wurde
im Jahre 1977 von Lewis B. Ketchum (Delaware) gegründet und hat sich
seither von einem kleinen Lieferanten für Rohrleitungen, Ventile,
Armaturen, Industrieverbrauchsgüter, Ölfeldprodukte sowie Röhren zu
einem großen Unternehmen entwickelt, das mehr als 800 Menschen in 78
Geschäftsstandorten beschäftigt. Der Bruttoumsatz wird für dieses Jahr
mit über 500 Millionen Dollar erwartet.
Ketchum, ehemals Stammesführer der Delaware, verstarb im Jahre 1995,
doch sein Sohn, Craig Ketchum, führt das Unternehmen weiter. Er kam
1979 zu Red Man und diente der Firma zu- nächst in der Filiale Ardmore,
Oklahoma, in Denver und Dallas, ehe er in den Stammsitz des
Unternehmens in Tulsa, Oklahoma, wechselte.
Randy Adams, Vizepräsident für Verkauf und Werbung, sagt: „Craig hat
sich dem Stamm gewidmet und ist ihm eng verbunden“. Die Firma hat zwar
nicht unbedingt direkt mit den Stämmen zu tun, jedoch beliefert sie
viele Ölförderfirmen, die auf Stammesland nach Öl bohren.
Einzelheiten unter: 918/250-8541 bzw. www.red-man.com
Zuni Möbel füllen eine Nische
Elf Jahre lang hatte Zuni Furniture Enterprises (Zuni Möbelhandel), ein
Versandgeschäft, das nicht nur im Besitz, sondern auch vom Zuni Pueblo
in Neu Mexiko betrieben wurde, spezielle Holzmöbel, wie z.B.
Kleiderschränke und Karteikästen, die mit handgemalten Zunimustern
verziert waren, verkauft. Dann aber, vor etwa anderthalb Jahren, kehrte
Sterling Tipton, Stammesmitglied, Ölfachmann und internationaler
Berater, mit seiner Familie heim und übernahm das Geschäft.
Mit einigen Preiserhöhungen und der Schaffung einer produktiveren
Arbeitsumgebung schnellten die Verkaufserlöse pro Jahr von ehemals
40.000 Dollar auf rund 150.000 Dollar, berichtet Tipton, wobei bis hin
nach Pittsburgh geliefert würde. Kürzlich gab es Besuch von einem Mann
aus Connecticut, der die Produktionspalette des Unternehmens zur
Titelgeschichte des Magazins „Wood Shop News“ (Nachrichten aus dem
Holzgeschäft) machte. „Wir erweitern unsere Palette und versuchen, für
alle Produkte das Copyright zu erhalten“, erklärt Tipton mit dem Ziel,
Sammler schönen Mobiliars anzusprechen.
Weitere Einzelheiten unter: 505/782-5855
Indianische Pflanzen: Eine Fülle von Möglichkeiten
Für Bill Quiroga (Pascua Yaqui) ist Mutter Erde ein Quell gesunden
Einkommens. 20 Jahre lang betrieb er gemeinnützige Unternehmen, wie das
in Tucson ansässige Arizona Indian Center ehe er an die Universität von
Arizona zurückkehrte, um seinen Abschluss in Betriebswirtschaft (Master
of Business Adminstration) zu machen.
Derzeit arbeitet er von einem alten „Wohnwagen“ aus in seinem
Heimatland, der Pascua Yaqui Reservation südwestlich von Tucson, an
einem völlig neuen Geschäft – Native American Botanics.
Quiroga erklärt, daß der Stamm das Geschäft mit Niedrigzinskrediten
finanzierte. Sein noch junges Unternehmen untersucht, wie man
althergebrachte Kräuter auf modernste hydroponische Weise (Zucht allein
in Wasser) auf einheitliche Wirksamkeit züchtet, damit indianischen
Stämmen bei der Erhaltung ihrer traditionellen Medizin geholfen werden
kann. Daher werden die meisten ausge-wachsenen Pflanzen weitergegeben,
um die Qualität der Kräuter zu fördern, und das Unternehmen sucht
Investoren für eine Anschubfinanzierung. „Wir sind soweit und könnten
mit Investitionsdollars loslegen“, erklärt Quiroga.
Einzelheiten unter: 520/883-8300
Rotwild Ranch: Geld auf Hufen

Einige Stämme züchten Bisons als Geldquelle, der Stamm der Potawatomi
aus Wisconsin aber beschloss vor einigen Jahren, sich der Zucht von
Rotwild zuzuwenden. Betrachtet man den Erfolg einer neuen
Vermarktungsstrategie seit Juli, beginnt es sich auszuzahlen.
Die Hirschfarm bewirtschaftet etwas mehr als 2 Hektar auf Stammesland
innerhalb des Nicolet National Forest (Nicolet Staatsforst) mit derzeit
740 „Rothirschen“ (Cervus elaphus), einer Hirschrasse aus Europa, die
größer als die amerikanische Rasse ist. Die Hirsche werden von einem
Schlachter außerhalb der „Farm“ verarbeitet, der davon Filetstücke
schneidet, Sommerwurst und Jerky bereitet, was dann an die örtlichen
Lebensmittelläden und an das Restaurant des Stammeskasino geliefert
wird.
„Wir hoffen, dieses Jahr die 100.000 Dollar-Marke zu erreichen,“ sagt
Verkaufs- u. Werbeleiter Guy Quimby. „Es hat lange gedauert. Oft genug
dachten wir, wir schaffen es nicht, doch dieses Jahr trafen alle
Erwartungen ein.“
Einzelheiten unter: 715/674-4502 bzw. www.reddeerranch.com
Die Colville Stämme: Eine regionale Wirtschaftsmacht
Die Colville Tribe Enterprise Corporation ist mit 1.000 Beschäftigten
die drittgrößte Firma im Minoritätsbesitz im Staat Washington und das
größte Unternehmen innerhalb des östlichen Washington.
CTEC, ein Unternehmen der 12 vereinigten Colville-Gruppen, macht einen
Jahresumsatz von rund 100 Millionen Dollar aus diversen Unternehmen, zu
denen u.a. Holzhandels- u. -verarbeitungsunternehmen, Kasinos, ein
Kreditgeschäft und Tourismusunternehmen am Rooseveltsee gehören.
So wurde z.B. gerade für 20 Millionen Dollar ein altes Sägewerk
renoviert, um damit ein Furnier- und Sperrholzwerk zu betreiben, das
gleichzeitig über eine Holzabfallverbrennungsanlage Strom erzeugt.
„Die letzten beiden Jahre waren recht schwer und voller
Herausforderungen, doch ich glaube, wir sind an dem Punkt angelangt, wo
wir alles im Griff haben und in ruhigeres Fahrwasser kommen“, erklärt
Sharon Holmbahl, Finanzdirektorin und Stammesmitglied.
Einzelheiten unter: 509/633-2822 bzw. www.colvilletribes.com/ctec.htm
Der Stamm der Rosebud Sioux läßt den Wind arbeiten
Ein rund 174 m hohes Windrad auf der Rosebud Reservation in Süd Dakota
erzeugt genü-gend Strom, um damit 250 Wohnungen im Jahr zu versorgen.
Derzeit wird der Strom in das örtliche Stromnetz eingespeist und
verkauft, wodurch dem finanzschwachen Stamm Gelder zufließen.
Der turmhohe Bau, der im Mai 2003 eingeweiht wurde, manifestiert die
Partnerschaft zwischen dem Stamm und dem NativeEnergy, einem in Vermont
ansässigen Unternehmen, das nicht dem Stamm gehört. Das
umweltfreundliche Unternehmen, das von Tom Boucher geleitet wird,
sprang ein, als die Kosten des Projektes das Darlehen der U.S.
Energiebehörde überstiegen. NativeEnergy
zahlte den Stamm aus und übernahm dessen „green tags“,
Energiezertifikate, die an Ben & Jerry’s Ice Cream, die Dave
Matthews Musikgruppe und weitere Gesellschaften, die an der Nutzung
erneuerbarer Energien interessiert sind, weiterverkauft wurden.
Der Stamm hofft, dass diese Unternehmung ein erster Schritt in der
Entwicklung eines wesentlich größeren Windparkes ist. Man schätzt, dass
die zwei Dutzend Indianerreservationen auf den nördlichen Plains
zusammen ein Windkraft-Potential von über 300 Gigawatt erbringen können
– etwa die Hälfte des derzeitig erzeugten Stromes der gesamten USA.
Weitere Einzelheiten unter: 800/924-6826 bzw. www.nativeenergy.com
Sitting Bull College: Wo Ausbildung Unternehmen begründet
Das Sitting Bull College in Fort Yates in Nord Dakota, eines von 35
Stammeshochschulen in den USA, bildete in den 1990er Jahren erfolgreich
Studenten im Baugewerbe aus und führte sie zum Abschluss, doch nur
wenige von ihnen bekamen auch einen Arbeitsplatz. Also beschloss der
Schulleiter des Colleges, Ron McNeil, vor vier Jahren kühn, eine
schuleigene Baufirma zu gründen, wo diese Studenten beschäftigt werden
konnten und die als geschäftlicher Katalysator für die Standing Rock
Sioux Nation dient.
Zwar schreibt die daraus entstandene Sitting Bull Construction Company
(Sitting Bull Baufirma) noch keine schwarzen Zahlen, aber sie half beim
Bau eines Kulturzentrums und beim Errichten neuer Häuser auf der
Reservation, sagt Sterling St. John, der Entwicklungsleiter des
Colleges. „Es war auch zunächst nicht daran gedacht, Profit zu
erwirtschaften“, erklärt er. „Der eigentliche Gewinn steckt in der
Schaffung von Gemeindeprojekten, die den Studenten gleichzeitig
praktische Erfah-rungen bringen. Zwar verlassen einige von ihnen immer
noch die Reservation, doch die meisten lernen ihr Handwerk hier.“
Weitere Einzelheiten unter: 701/854-3861
Rob McDonald (Vereinigte Stämme der Salish und Kutenai) arbeitet als
Reporter für Hochschulbildung beim Nachrichtenblatt „The
Spokesman-Review“ in Spokane, Washington.