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Verbrechen und ihre Bestrafung: Die Justiz im alten Amerika
Von Bruce E. Johansen
Leitartikel in Native Peoples, März/April 2007
übersetzt von Alexandra Galindez Ortega, Waiblingen
Nahezu jeder kennt den Brauch der besagt, man solle „eine Nacht darüber
schlafen“ bevor man eine wichtige Entscheidung trifft. Man gibt sich
eine Nacht, um noch einmal alle Alternativen ausgewogen und rational zu
überdenken. Wenige jedoch wissen, dass diese Sitte direkt von den
Verfahren der Rechtssprechung der Haudenosaunee (Irokesen)
Konföderation stammt. Ähnlich verhält es sich mit der Redewendung „das
Kriegsbeil begraben“, auch sie hat ihren Ursprung in den
Rechtspraktiken der Irokesen. Die Gegner wurden gezwungen ihre
Kriegsbeile (und ihre übrigen Waffen) unter den weißen Wurzeln der
großen weißen Kiefer, die als Nationalsymbol der konföderierten
Haudenosaunee gilt, zu begraben.
Während gemeinhin angenommen wird, dass es in der Tradition des „edlen
Wilden“ keine Gesetze und Vorschriften gab, verfügten die Ureinwohner
Amerikas noch vor dem Kontakt zu den Europäern in der Tat über hoch
entwickelte, komplexe Codes von Gesetzen und sozialen Normen, welche
das Verhalten der Menschen bestimmten. Viele dieser Traditionen sind
auch heute noch gültig. Entlehnungen aus diesem Erbe der
Rechtssprechung sind mittlerweile so tief im Alltag der Amerikaner
verankert, dass die meisten ihren Ursprung vergessen haben.
Nichtsdestotrotz resultieren viele eindeutigen Merkmale des politischen
und juristischen Systems der Vereinigten Staaten zumindest teilweise
aus den Erfahrungen der Gründerväter mit Indianern.
Eigentumsrechte variierten beträchtlich
Bezogen auf das Gebiet, das wir heute als die Vereinigten Staaten
kennen, bestand das alte und frühe historische Amerika aus mehr als 600
Stämmen. Aufgrund dieser Größe variierten natürlich auch die
kulturellen Sitten und Rechtssysteme ganz beträchtlich.
Erstaunlicherweise gab es jedoch auch einige regionale
Allgemeingültigkeiten. Bezüglich der „Gesetze“ zum Eigentum, war es
beispielsweise so, dass Völker im Osten (mit einigen Ausnahmen)
matriarchalisch (oder matrilinear) und als Gemeinschaft organisiert
waren, während jene entlang der Nordwestküste sich an individuellem
Eigentum und an Hierarchien orientierten.
Die Gemeinschaften der Apachen konzentrierten sich auf Gruppen aus zwei
bis sechs matrilokalen verbreiteten Großfamilien bestanden, den Gotas.
Mitglieder einer Gota kooperierten beim Jagen und beim Anbau von
Nutzpflanzen. Gewöhnlich wurden sie von einem Oberhaupt geleitet, das
in gemeinsamer Übereinkunft gewählt wurde. Die Oberhäupter waren
männlich, jedoch hatten wie bei den Irokesen Frauen Einfluss auf deren
Wahl. Auch Erbschaft konnte bei der Wahl eine Rolle spielen, jedoch nur
wenn die betreffende Person auch Führungsqualitäten zeigte. Das
Oberhaupt fungierte auch bei Streitigkeiten als Richter.
Die Cherokee hatten traditionell mehr als 60 Dörfer die ein
beträchtliches Maß an Autonomie innehatten, lediglich für Notfälle
wurde ein nationaler Rat einberufen. Die öffentliche Meinung wurde als
so wichtig erachtet, dass sich ein Dorf teilte, wenn es zu groß wurde,
um jedem Erwachsenen eine Stimme im Rat zu erlauben. Normalerweise
wurden Dörfer geteilt, wenn sie eine Größe von 500 Menschen erreichten.
Die Cherokee missbilligten die Anhäufung ererbten Wohlstandes. Aus
diesem Grund begruben sie den Toten zusammen mit seinen
Wertgegenständen, um so die Entstehung einer Klassengesellschaft, die
auf Reichtum durch Erbschaft beruht, zu verhindern.
Einige indianische Gemeinschaften, die Sklaven hielten, erlaubten
diesen durch harte Arbeit oder/und durch Wagemut in der Kriegsführung
aus der Sklaverei zu entkommen. Die Azteken Mexikos hatten ein
definiertes Klassensystem, jedoch mit der Möglichkeit des sozialen Auf-
und Abstiegs. Einem aztekischen Sklaven konnte von seinem Herrn jede
Art von Arbeit zugeteilt werden, jedoch besaß dieser nur die Arbeit des
Sklaven, nicht das Leben des Sklaven selbst. Einem Sklaven war es
erlaubt einen Wohnsitz zu haben und er oder sie durfte von seinem/ihrem
Herrn nicht ohne sein Einverständnis getauscht oder verkauft werden.
Der Sklavenstatus war oft nur vorübergehend und einem Sklaven war es
sogar gestattet, selbst über die Dienste eines Sklaven zu verfügen.
Manche indianischen Gesellschaften erlaubten es auch, Gesetze und
soziale Normen über die Zeit hinweg zu verändern. So war es
beispielsweise bei den Duwamish des States Washington, der Zeit ihres
Häuptlings Si’ahl (Seattle ist sein anglisierter Name) bis zur Mitte
des 18. Jahrhunderts Tradition, sich Sklaven zu halten. Jedoch danach
setzte sich der Häuptling erfolgreich für die Abschaffung der Sklaverei
ein. Petalesharo, ein Pawnee (circa 1797-1874) gelang es den Brauch der
Menschenopfer in Stammesritualen zu beenden.
Das Wiederherstellen von Gerechtigkeit vs Bestrafung
Viele (jedoch nicht alle) indianischen Rechtssysteme betonten die
Wiederherstellung und Erhaltung der sozialen Ordnung gegenüber der
Rache, was ganz im Gegensatz zur vorherrschenden englischen
juristischen Vorgehensweise steht. Heute werden einige dieser
„friedensstiftenden Gerichtshöfe“ wieder zum Leben erweckt.
Die Cherokee praktizierten eine „Ethik der Harmonie“, in welcher der
interpersonelle Konflikt in den Hintergrund gerückt wurde, ganz
besonders die Wut von Angesicht zu Angesicht. Diese Tradition könnte
man in mancher Hinsicht mit dem Verhaltenskodex der aus dem Großen
Gesetz des Friedens und dem Code des Handsome Lake vergleichen. Darin
wurden Menschen dazu ermutigt, Beleidigungen zu vermeiden. Von einem
guten Menschen wurde erwartet, dass er möglichst keine Wut zeigt und
auch andere nicht dazu bringt, wütend zu werden; eine Person in
leitender Position konnte sich Respekt dadurch verdienen, dass sie
zunächst geduldig zuhörte und ihre Meinung erst dann äußerte, wenn sie
alle Seiten der am Konflikt Beteiligten gehört hatte. Oft wurde auch
ein Dritter einbezogen um Konflikte zwischen zwei Einzelpersonen zu
lösen. Für den Fall, dass zwei Parteien nicht versöhnt werden konnten,
wurde oft so verfahren, dass sich die Betroffenen in Zukunft einfach um
ihre eigenen Angelegenheiten kümmerten und versuchten, sich aus dem Weg
zu gehen.
Die Inuit, die in sehr kalten Wintern monatelang in geschlossenen
Räumen auf engem Raum lebten, machten ihrem Ärger durch „Trommel
Duelle“ Luft, die einen Austausch von Beleidigungen beinhalteten; ganz
ähnlich der heutigen Innenstadt-Poetry-Slams. In beiden Fällen gilt es
Aggressionen zu ritualisieren und unterzuordnen bevor sie Ausmaße
annehmen, die sozial oder rechtlich bedenklich sind.
Andererseits spielte bei den Chickasaw die Rache bei der Beurteilung
von Konflikten eine Rolle. Fälle von Diebstahl und persönlichen
Angriffen wurden von Klanälteren geregelt. Wenn sich so ein Vorfall
zwischen Mitgliedern desselben Klans ereignete, dann regelten die
Älteren das Problem intern. Wenn es um Konflikte zwischen zwei
unterschiedlichen Klans ging, dann diskutieren Stammesführer und
Stammesältere den Fall und die Seite, die den Streit begann, stimmte
einer Entschädigung zu, auf die sich alle gemeinsam geeinigt hatten.
Bei Mord hatte der Klan, der den Verlust erlitt, das Recht dem Mörder
das Leben oder seinen „Geist“ zu nehmen. Für den Fall, dass der Mörder
als unbedeutende Person angesehen wurde, hatte der angegriffene Klan
das Recht, einer dem Opfer gleichwertigen Person den Geist und das
Leben zu nehmen. Rache wurde als notwendig erachtet, da man glaubte,
dass sonst der Geist des Opfers verweilen würde um seiner Familie zu
schaden, weil sie es nicht schaffte seinen Tod zu sühnen. Der ältere
Bruder des Opfers führte den Akt aus um den Tod seines jüngeren
Verwandten zu rächen.
Traditionellerweise, war es bei vielen indianischen Gesellschaften
nicht üblich Verbrecher einzukerkern. Manche Gründerväter der USA sowie
einige europäische Gelehrte (Franklin und Rousseau zum Beispiel)
wunderten sich, dass Gesellschaften ohne Gefängnisse auskommen konnten.
Die Menschen in indianischen Gemeinschaften hatten verschiedene
Methoden für soziale Ordnung zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel
humorvoller Spott, Entschädigung und Verbannung. Der Spott reichte von
harmlosen Sticheleien gegenüber einem Jugendlichen der sich sozial
unangemessen verhalten hatte bis hin zu schwerwiegender Verspottung von
Erwachsen, die sich eines ernsthaften Fehlverhaltens schuldig gemacht
hatten. Humor war wichtig um soziale und rechtliche Beziehungen zu
wahren.
Verbrechen, Entschädigung und Bestrafung
Verbannung, ein altes Rechtsmittel der indigenen Völker wird heute
wieder eingesetzt. Eine wachsende Zahl von indianischen Völkern in ganz
Nordamerika hat in den letzten zehn Jahren die Verbannung in
verschiedene Formen wiederentdeckt, um mit den ansteigenden Drogen-,
Alkohol- und Gewaltproblemen umzugehen. Heute beinhaltet sie nicht nur
den Verlust von sozialen und familiären Verbindungen, sondern auch den
Verlust von Unterstützung in den Bereichen Bildung, Gesundheits- und
Wohnungsfürsorge. Weiterhin geht mit der Verbannung der Rechtsverlust
zu Fischen und zu Jagen einher, und das Recht auf Beerdigungskosten.
Auch erhalten sie keine Zahlungen aus Kasinogewinnen mehr.
Früher wurde ein Cheyenne der einen anderen Cheyenne ermordet hatte
nicht getötet, sondern er wurde verbannt und als unrein angesehen. Der
Mörder wurde für sieben Jahre verbannt und kein anderer Cheyenne durfte
ihm auf irgendeine Weise helfen oder ihn unterstützen. Mörder mussten
normalerweise sehen wie sich in den Weiten der Plains selbst
durchbringen konnten. Dabei war das Überleben auf den nördlichen Plains
im Freien ohne soziales Netzwerk schwierig; und somit konnte die
Verbannung das Todesurteil bedeuten.
In manchen Fällen wurde es einem Mörder erlaubt um Wiederaufnahme in
die Gemeinschaft zu bitten. Dazu musste er der Opferfamilie ein
geheiligtes und symbolisches Geschenk überreichen. Das Geschenk war ein
Zeichen dafür, dass er von nun an die Regeln der Cheyenne-Gesellschaft
akzeptieren würde, die die angegriffene Familie und den regierenden Rat
der Vierundvierzig anerkennt (ein traditioneller Rat der heute noch
tätig ist).
Bei den U’mo’ha („Omaha“ ist die anglisierte Form) regierte der Rat der
Sieben als Gericht wie auch gesetzgebende Körperschaft. In alter und
prähistorische Zeit ernannte der Rat der Sieben neben andren Pflichten
„Soldaten“ (Polizei), um falls nötig seinen Entscheidungen Nachdruck zu
verleihen. Diese Polizei regelte die jährliche Bisonjagd und peitschte
jeden aus, der ohne Erlaubnis vorzeitig auf die Jagd ging. Das war die
Strafe für ein erstes Vergehen; für das zweite Vergehen wurden als
Strafe das Zelt des illegalen Jägers zerstört, seine Pferde und anderen
Besitztümer konfisziert und seine Familie musste betteln. Ein Stock aus
Wüsteneisenholz mit einer spitzen Kante wurde im heiligen Zelt des
Krieges aufbewahrt und zum Töten benutzt, wenn der Rat der Sieben
entschied, dass dies nötig war um den Frieden in der Nation zu
erhalten. Der Wüsteneisenholz-Stock wurde in Gift getaucht (meist
Klapperschlangengift) und in den Verbrecher gerammt, meistens im
Beisein einer Menschenmenge.
Diebstahl war unter den U’mo’has nicht verbreitet. Die einzige Strafe
dafür war die Entschädigung. Auch Fälle von Körperverletzung kamen nur
selten vor und wurden gewöhnlich zwischen den Familienmitgliedern
geregelt. Ehebruch hingegen wurde hart bestraft; ein Mann der sich der
Untreue schuldig gemacht hatte, musste damit rechnen, dass sein Besitz
konfisziert wurde. Eine Frau, die Ehebruch begangen hatte, wurde
ausgepeitscht. Eine Frau, die etwas dagegen hatte, dass eine andere
Frau ihrem Ehemann zu viel Aufmerksamkeit schenkte, konnte die
Unruhestiftende mit einem Messer angreifen. Solch eine Attacke wurde
unter den U’mo’ha gewöhnlich nicht als Straftat angesehen. Mord wurde
mit Verbannung bestraft.
Einflüsse auf das heutige politische System Amerikas
„Jeder König hat seinen Rat, und dieser Rat besteht aus all den alten
und weisen Männern seiner Nation…nichts wird unternommen, sei es Krieg,
Frieden, der Verkauf von Land oder Verhandlungen, ohne den Rat zu
befragen; und mehr noch, auch die jungen Männer müssen zu Rate gezogen
werden…Die Könige…bewegen sich mit dem Atemzug ihres Volkes. Es ist
eine indianische Sitte sich zu beraten…Ich habe noch nie mehr
natürliche Klugheit erlebt“.
William Penn zur Gesellschaft der Freien Händler, 16. Aug. 1683
Indianische Gesetze hatten einen großen Einfluss auf den Charakter
amerikanischer Rechtsprozesse, ganz besonders auf die politischen
Praktiken und ihre dahinter liegenden Prinzipien.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war die Haudenosaunee-Konföderation
(Irokesen) eine bedeutende diplomatische und militärische Instanz an
der Grenze der Englischen Kolonien. Ein Drucker aus Philadelphia,
Benjamin Franklin, begann 1736 damit die Vorgehensweisen indianischer
Verträge zu drucken. 1744 veröffentlichte Franklin die Verhandlungen
zum Lancaster-Vertrag, der in dem Jahr beschlossen wurde. Dieser
beinhaltete eine Rede des Onondaga-Anführers Canassatego, dem Tadadaho
(Sprecher) der Irokesen-Konföderation. In dieser Rede riet Canassatego
den Kolonien dazu, sich zu einer Nation zu vereinigen, ganz nach dem
Vorbild des Föderalmodells der Irokesen.
Ein Jahrzehnt später begann Franklins herausragende diplomatische
Karriere als Pennsylvanias Gesandter für die Irokesen-Konföderation.
Schon 1751 hatte er einen Brief an James Parker veröffentlicht, in dem
er die Irokesen als positives Beispiel für föderale Einheit aufzeigte.
Franklin wurde von Irokesen-Räten eingeladen, in denen die Diplomatie
der Grenze nach den Regeln der Haudenosaunnee gestaltet wurde.
Bei einem gemeinsamen Treffen zwischen Irokesen und Delegierten der
Kolonien in Albany 1754, schlug Franklin seinen „Albany Plan“ vor, als
ersten Versuch, die Mehrheit der Kolonien zusammenzuschließen. Der
Albany Plan wurde von den Kolonien nicht ratifiziert, aber er diente
Franklin als grober Entwurf für spätere föderale Konzepte, wie sie in
den Artikeln der Konföderation, als auch in seinem Beitrag zu den
Debatten über die Verfassung zu finden sind. In der Zwischenzeit, als
die Kolonien sich von England zu lösen begannen, wurde eine indianische
Frau zum Nationalsymbol erhoben der politischen Kunst dieser Zeit
ausgewählt. Onkel Sam hatte sein Debüt erst Jahrzehnte später. Die
Indianer schätzten Thomas Jeffersons Konzepte vom Leben, Freiheit und
Glücksseligkeit.
Bei der Verfassungskonferenz entwickelten sich zwei Fraktionen. Eine,
die von Franklin geleitet wurde, bevorzugte ein Föderalsystem das
Ähnlichkeit mit dem der Irokesen hatte. Die andere, angeführt von John
Adams (unter anderen), war für eine stärker zentralisierte
Regierungsform. Adams Ansicht war die beherrschende, jedoch wurden im
Laufe der Zeit verschmolzen europäische und indianische
Rechtstraditionen. Heute erscheint uns dieses „amerikanische“
Regierungssystem als ganz natürlich.
Bruce E. Johansen ist Frederick W. Kayser Forschungsprofessor in
Kommunikation an der Universität von Nebraska in Omaha, Herausgeber und
Autor von über 20 Büchern. Er ist Herausgeber (und Autor von circa 80
Prozent) der Encyclopedia of Native American Legal Tradition
(Greenwood, 1998). Weitere Werke sind The Native People of North
America: A History (Rutgers University Press) und sein neustes Buch The
Praeger Handbook on Contemporary Issues in Native America (2007).
Indianische Juristen im Rechtssystem
Von Thomas Bird Bear (Mandan/Hidatsa/Arikara)
Die Interessen von Indianern und ihre Beteiligung am Rechtssystem sowie
an juristischen Verfahren und an Verhaltensregeln endeten nicht mit der
europäischen Besetzung Amerikas. Tatsächlich ist es so, dass heute eine
rasch ansteigende Zahl von Indianern – etwa geschätzte 3.000 – als
Anwälte, Richter, Professoren oder in anderen Positionen des
Rechtssystems Amerikas arbeiten; sowohl in ihren Stämmen als auch
weltweit. Hier stellen wir ihnen eine Handvoll führender indianischer
Juristen vor.
Shenan Rae Atcitty
Shenan Rae Atcitty (Navajo) wurde auf der Navajo-Reservation in der
Nähe von Shiprock geboren. Sie machte ihren Abschluss an der Window
Rock High School und ist heute eine prominente Anwältin in der
führenden Anwaltskanzlei D. C., Holland & Knight in Washington, D.
C. Im Rahmen dieser Tätigkeit erstellt sie oft Gutachten für den
Kongress und trägt so dazu bei, föderale indianische Politik und
Gesetze zu gestalten und Stammesrechte sowie Ressourcen zu wahren, wenn
diese in Gefahr sind.
„Der Schutz der Souveränität der Stämme ist immer unsere Nummer Eins
Priorität,“ bemerkt Atcitty, aber innerhalb dieses riesigen Rahmens hat
sie auch in den Bereichen Wirtschaft (einschließlich vieler
Steuerbelange), wirtschaftliche Entwicklung (einschließlich des
Glücksspiels), Gerichtsverfahren, Treuhandschaft für Landbesitz,
Bundesregulation und Mittelzuweisung gearbeitet. So war sie zum
Beispiel vor sieben Jahren daran beteiligt 46 Millionen Dollar aus
Kongressmitteln für den Bau eines Wassersystems für den
Jicarilla-Apachen-Stammes in New Mexiko zu sichern.
Als Absolventin der Juristischen Fakultät der Universität von New
Mexiko war Atcitty während ihrer Collegezeit für den U.S. Generalanwalt
von New Mexiko tätig (vorwiegend für die Wasserversorgung) und danach
arbeitete sie für die Nordhaus Anwaltsfirma in Albuquerque bevor sie
dann schließlich den Sprung nach Washington schaffte. Als Kopf eines
Unternehmens für indianische Rechtspraxis ist sie häufig im Westen der
USA tätig, was es ihr erlaubt, ihre Familie zu sehen und mit ihren
Wurzeln in Berührung zu bleiben. „ Alles in allem finde ich es sehr
erfüllend,“ sagt
sie.
–Daniel Gibson
Raymond Cross
1973 machte Raymond Cross (Mandan/Hidatsa/Arikara) seinen Abschluss an
der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Yale Universität und ist
heute Professor an der Fakultät für Rechtswissenschaft an der
Universität von Montana in Missoula. Schon zu Beginn seiner Karriere
erwarb er sich bundesweit Anerkennung für den Pascua-Yaqui-Stamm und
mit einem großen Fall vor dem Obersten Gerichtshof der USA: die Three
Affiliated Tribes (Mandan/Hidatsa/Arikara) gegen Wold Engineering.
Cross wurde 1948 inmitten der Zeit, als der Garrison Damm am Missouri
River gebaut wurde, auf der Fort-Berthold-Reservation in North Dakota
geboren. Sein Vater, der Stammesvorsitzende Martin Cross, Sr., kämpfte
gegen dieses Bundesprojekt, doch er konnte die Fertigstellung nicht
verhindern, die Zerstörung brachte: ein Großteil des Stammeslandes
wurde durch das Reservoir des Dammes überflutet und hunderte von
Familien mussten umgesiedelt werden. Wie Cross sagt, „Viele Leute,
einschließlich meines Vaters, haben ihr Land, ihren Lebensunterhalt und
ihre Familien verloren – sie haben ihre Motivation zu leben verloren.
Auf meines Vaters Todesurkunde hätte der Damm als Faktor, der zu seinem
Tod beigetragen hat, aufgelistet werden sollen.“
Cross betont, „Ich schulde meine juristische Karriere in Indian Country
einem Mann: General Pick des Armeekorps der Ingenieure. Ohne seine
Bemühungen das Land meiner Stammesleute zu überfluten, hätte ich nicht
genug Feuer besessen, meinen Abschluss in Rechtswissenschaft zu
machen.“ Cross’ Bemühen die Stammesentschädigungen in Höhe von 149,2
Millionen US Dollar von der Regierung zu sichern, wird von Paul
VanDevelder in „Coyote Warrior: One Man, Three Tribes and the Trial
that Forged a Nation“ (Little, Brown 2004) eingefangen.
Angelique Eagle Woman
1997 machte Angelique Eagle Woman (Sisseton-Wahpeton Dakota Oyate)
ihren Abschluss an der Fakultät für Rechtswissenschaften an der
Universität von North Dakota und ist zurzeit Assistenzprofessorin für
Rechtswissenschaften an der Hamline Universität in St. Paul, Minnesota.
Eagle Woman, oder Wambdi Wastewin sammelte erste praktische Erfahrungen
in der Kanzlei Sonosky, Chambers & Enderson in Washington D.C. Bald
danach erwarb sie ihren L.L.M. in der Völkerkunde indianischer und
indigener Stämme am College für Rechtswissenschaften an der Universität
von Tulsa.
Eagle Woman sagt ihr persönlicher Karriere-Höhepunkt war die rechtliche
Unterstützung ihres eigenen Stammes. „Eines der größten Highlights
meiner Karriere war die Arbeit als Rechtsberaterin für die
Sisseton-Wahpeton Oyate,“ sagt sie. „Ich empfand es als Ehre als
interne Rechtsberaterin des Stammesrates, der Stammeskomitees, der
Stammeseinheiten und von Stammesunternehmen zu fungieren. Es war
wirklich erfüllend neue Rechtsregeln aufzustellen und umzusetzen, die
einen Leitfaden für die Durchsetzung der Stammesgesetze, für Agenturen
gegen häusliche Gewalt, für Kinderschutz und für das Stammesgericht
darstellten.“
Häufig spricht sie ein Thema an, das indianische Anwälte die sich mit
Stämmen befassen, beschäftigt und sagt, „Ich sehe mich zuerst als eine
Dakota und an zweiter Stelle als Anwältin. Mein traditioneller Glaube
und meine kulturellen Traditionen formen meine Arbeit als Anwältin.“
John Echohawk
John Echohawk (Pawnee) hat seit 1977 beständig als Direktor des Native
American Rights Fund (NARF) / Fond für indianische Rechte in Boulder,
Colorado gearbeitet. Aufgewachsen in Farmington, New Mexiko, war er
1970 der erste Absolvent des indianischen Rechtsprogrammes an der
Universität New Mexiko und wurde vom National Law Journal als einer der
100 einflussreichsten amerikanischen Anwälte lobend erwähnt.
Bis zu 50 Fälle sind normalerweise gleichzeitig auf seinem Schreibtisch
zu bearbeiten. Da fällt es Echohawk schwer, NARFs bedeutendste
Errungenschaften zu nennen, darunter einige erfolgreiche Auftritte vor
dem Obersten Gerichtshof der USA. Jedoch ist es ein aktueller Fall, der
zu den schwierigsten gehört: der Class-Action Fall von Cobell gegen das
Büro für Indianische Angelegenheiten (BIA). Auf dem Spiel stehen hier
mehrere Milliarden Dollar Gebühren die einzelnen Indianern und
Stammesregierungen aus Ressourcen (Öl, Gas, Kohle, Holz, Weiden usw.)
zustehen, die aus indianischem Land entnommen wurden. Diese Gelder
sollten vom BIA zu Gunsten der Indianer verwaltet werden, diese hat sie
jedoch verloren oder niemals eingezogen. „Das ist ein Hauptproblem dem
Indianer gegenüberstehen und ein klassischer Fall bei dem sich NARF
engagiert,“ erklärt Echohawk.
Mit der Beaufsichtigung eines Mitarbeiterstabs von 13 Anwälten, mit
Büros in Colorado, Washington und Anchorage – und mit dem Aufbauen von
Fonds um alles am Laufen zu halten – hat er eine übermenschliche
Aufgabe, aber Echohawk schafft es noch Zeit zu finden sich für viele
andere gemeinnützigen Organisationen einzusetzen, so wie für den
Natural Resources Defense Council (Rat zu Verteidigung von natürlichen
Ressourcen). Das Motto das ihn antreibt lautet: „Wir geben niemals
auf.“
—Daniel Gibson
Steve Emery
Als Visionär für Stammesvertragsrechte machte Steve Emery 1998
(Cheyenne River Sioux) seinen Abschluss an der Harvard Fakultät für
Rechtswissenschaften und hat die Position eines Stammesanwaltes für den
Stamm der Standing Rock Sioux in Fort Yates, North Dakota inne. Mato
Tanka (Big Bear in Lakota) war Anwalt des Rosebud Sioux Stammes und
Vize Präsident an der Sinte Gleska (Spotted Tail) Universität auf der
Rosebud-Reservation. Er hat als leitender Richter für das Oberste
Gericht der Oglala Sioux Nation gearbeitet und hält es für die größte
Ehre, wenn er für seine Rechtstätigkeit von indianischen Stämmen und
Organisationen Adlerschwanzfedern geschenkt bekommt.
Als Vorbild für Ureinwohner, die zurück nach Hause kehren, diente Emery
elf Jahre lang als Cheyenne River Sioux Stammesanwalt nachdem er sein
Studium der Rechtswissenschaften beendet hatte. Er sagt, „ Als ein ikce
wicasa oder als gewöhnlicher Mann sehen ich mich mit allem Lebenden
verbunden.“ Jedoch war es erst die Erfahrung mit indianischem Recht,
die er in der Fakultät für Rechtswissenschaften machte, die seine Augen
für einzigartige Herausforderungen, die er für notwendig erachtete,
öffnete. Dazu zählten auch „Vertragsfragen, den Stammesbeziehungen zu
den USA und das Eindringen in unsere Gebiete.“ Heute, sind seine
Hautprioritäten das Praktizieren als Anwalt, die Pferdezucht und das
Erhalten der indianischen Sprachen. „Ich spreche gerne Lakotiya…singe
gerne Hymnen, unsere geheiligten Lieder und traditionellen Lieder in
Lakotiya.“ Durch Sprache und durch Erhaltung des kulturellen Erbes
erinnert er uns, dass „die Verantwortung für diese Dinge bei uns liegt;
unsere Vorfahren haben uns so weit gebracht, jetzt ist es an uns, dies
alles zu bewahren.“
Thomas Fredericks
Thomas Fredericks (Mandan/Hidatsa/Arikara) kann auf eine lange und
ereignisreiche Karriere als Verwaltungsangestellter einer
Stammesregierung, als Direktor und Anwalt für den Native American Right
Fund und als allererster Rechtsanwalt für das Büro für indianische
Angelegenheiten zurückblicken. In dieser Tätigkeit diente er zu Zeiten
von Präsident Carter von 1976 bis 1980. Zurzeit ist er praktizierender
Anwalt bei Fredericks, Pelcyger & Hester in der Nähe von Boulder.
Von den vielen Fällen, mit denen er zurzeit beschäftigt ist, bezeichnet
Fredericks die Bemühungen seines Büros die Wasserrechte des
Fort-Belknap-Stammes von Montana zu quantifizieren, als einen der
Wichtigsten. „Wir haben eine Übereinstimmung erzielt, die von der
Regierung des Staates Montana und dem Stamm unterzeichnet worden ist
und jetzt werden wir diesen Vorschlag dem Kongress vortragen um eine
endgültige Zustimmung zu erhalten,“ sagt er. „Trotz der Winters Doktrin
(die dafür sorgte, dass Stämme eigene Rechte auf Wasser haben, mit den
ältesten Rechten unter allen Wassernutzern im Westen überhaupt), sind
die für Fort Belknap 1908 gesicherten Wasserrechte niemals verbindlich
geklärt worden.“
Fredericks hat auch viele Verträge für Kohle-, Öl- und Gaspacht für
Stämme ausgehandelt, trug Kämpfe um die Besteuerung der Indianergebiete
aus, und wurde ein Experte für die Regelung der Gewinne, die durch
Glücksspiel erzielt wurden. Fredericks, der 1943 geboren wurde, denkt
langsam an den Ruhestand, aber er bemerkt auch, „Ich werde in
absehbarer Zukunft weiter praktizieren. Ich habe noch ein paar gute
Jahre vor mir.“
-Daniel Gibson
Steven Heeley
1997 von U.S. Sen. Ben Nighthorse Campbell (R-CO) als “hart und
engagiert für indianische Belange arbeitend” gelobt, machte Steven J.W.
Heeley (Walpole Island First Nation), der auch als Personaldirektor und
leitender Berater des Senatskomitees für indianische Angelegenheiten
arbeitete, 1985 seinen Abschluss an der Boalt Hall Fakultät für
Rechtswissenschaften an der Universität von Kalifornien in Berkeley.
Heute ist er politischer Seniorberater des in Washington D.C ansässigen
Büros Akin, Gump, Strauss, Hauser & Feld, LLP. Im Übrigen ist er
Assistenzprofessor für Recht an der Arizona State Universität und
verheiratet ist er mit Renee Dennison, einem Mitglieder der Navajo.
Auf dem Capitol Hill arbeitete er für U.S. Senator John McCain (R-AZ)
indem er bei dem Gesetz zum Schutz indianischer Grabstätten und
Reparation (NAGPRA) mitwirkte. Dazu sagt er, „ Es war erfüllend die
Fortschritte der indianischen Stämme bei der Nutzung von NAGPRA zu
sehen. Sie dienen der Rückkehr unserer Vorfahren, ihren Besitztümern
und ihren geheiligten Gegenstände und sie dienen dem Schutz von
Grabstätten auf Stammesland.“
Heeley, der heute im Bereich Wirtschaftrecht tätig ist, erklärt, „Als
Anwalt, der die Übereinstimmungen für das Sheraton Wild Horse Pass
Resort (etwas südlich von Phoenix) entworfen hat, war es mir wichtig,
dass diese Papiere auch als Fundament für durchsetzbare Rechte dienen,
um sicherzustellen, dass die Vision der indianischen Gila
River-Gemeinde in diesem Projekt respektiert wird.“ Nach der
Fertigstellung des Ressorts, waren Authum (Pima) und Pee Posh
(Maricopa) Themen so offensichtlich, dass Stammesältere, die als erste
Besucher kamen, sagten, fühlten.“
David Iglesias
Als Kind sieben Jahre lang in einer einheimischen Kultur in Panama
aufgewachsen, machte David Iglesias (Kunu) 1984 seinen Abschluss an der
Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität von New Mexiko und
ist erst vor kurzem U.S.-Anwalt für den Bezirk New Mexiko geworden.
Iglesias hat als Marinerichter (JAG) beim Pentagon gearbeitet und beim
Naval Rechtsdienstbüro in Washington D.C. (1985-88) und ist
Reservekapitän bei der U.S. Marine. Er war Verteidigungsrat im
Militärgericht Guantánamo Bay, Kuba, welcher den Film A Few Good Men
inspirierte.
Iglesias’ Karriere beinhaltet auch die Arbeit in einem Anwaltsbüro in
Albuquerque City, in der State Risk Management Division und in der
Steuerabteilung des Bundesstaates New Mexiko. Er wurde als Mitglied des
Weißen Hause gewählt (1994-95) und diente als Sonderberater im U.S.
Verkehrsministerium. Heute befasst er sich mit Rechtsbelangen
unterschiedlicher Bereiche und meint dazu, „Meine Arbeit als
U.S.-Anwalt beinhaltete das Durchsetzen von Bundesgesetzen in
indianischen Gebieten, und ich habe den größten Respekt vor den
Stämmen, ihren Stammesregierungen und der Unabhängigkeit der Stämme.“
Iglesias denkt über seine indianischen Wurzeln nach und sagt, „Wenn ich
die große Eigenständigkeit sehe, welche mein Stamm, die Kuna,
innehat, dann flößt mir das einen außergewöhnlichen Respekt vor
Belangen der Unabhängigkeit ein, mit denen sich nordamerikanische
Stämme auseinandersetzen müssen.“
Rennard Strickland
Der produktive Autor für Recht und Gelehrte Rennard J. Strickland
(Cherokee) hat einen Abschluss in J.D. (1965) und in S.J.D. (1970) von
der Universität von Virgina und ist zurzeit Philip H. Knight Professor
für Recht an der Fakultät für Rechtswissenschaften in Eugene an der
Universität von Oregon. Er war als Chefredakteur des 1982er von Cohen
herausgegebenen Handbook of Federal Indian Law (Handbuch für
Indianisches Bundesrecht) tätig und war Redaktionsmitglied der Ausgabe
von 2005. Und wenn man Artikel und professionelle Arbeiten über
indianisches Recht untersucht, wird man herausfinden, dass Professor
Strickland ein prominenter Autor ist. Darüber hinaus hat er in den
letzten 26 Jahren drei Mal als Dekan der juristischen Fakultät
gedient.
Strickland sagt, „Ich denke es gibt einen grundsätzlichen Unterschied
in der Art und Weise wie sich traditionelles indianisches Recht und
aktuelle U.S.-Konzepte an Beurteilungen und Lösungen von Konflikten
annähern. Dieser Sachverhalt macht einen indianischen Anwalt oft zu
einem besseren Vertreter für Stammesangehörige, denn die
Wiederherstellung von Frieden ist tief im Herzen der indianischen
Rechtssprechung verankert.“ Wenn er auf seine Karriere als Professor
zurückblickt, stellt er fest, „Ich denke oft an die alte
Cherokee-Geschichte von Raven Mocker, der die Fähigkeit hatte, an
mehreren Orten zur gleichen Zeit zu sein. Durch die Arbeit meiner
indianischen Studenten, die Anwälte werden, bin ich bei vielen
Gerichtsverhandlungen dabei.“
Christine Zuni Cruz
Christine Zuni Cruz (Isleta Pueblo/Ohkay Owingeh Pueblo), Mitglied des
Gerichtswesens von Isleta Pueblo, New Mexiko graduierte 1982 an der
Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität New Mexiko, wo sie
heute Professorin ist. Cruz war Rechtsberaterin für Verna Teller, die
1985 die Aufteilung der Geschlechterrollen in Isleta in Frage stellte,
um die erste Gouverneurin eines der Pueblos zu werden.
Unter ihren vielen Erfolgen, ist auch der, in dem sie Vorsitzende eines
Komitees war, das das Indianische Wohlfahrtsgesetz für Kinder in den in
New Mexiko gültigen Kinder-Codex eingliederte, um die kulturellen
Rechte der Indianer zu schützen. 1994 gründete sie die Southwest Indian
Law Clinic (Rechtsklinik der Indianer des Südwestens) und wurde die
erste unkündbare Rechtsprofessorin der UNM. Im Jahr 2000 unterstützte
sie Studenten der Rechtswissenschaft dabei, das erste elektronische,
öffentlich zugängliche Journal ins Leben zu rufen, das sich
ausschließlich mit dem Recht der indigenen Bevölkerung befasst (Tribal
Law Journal / Stammesrechts-Journal der juristischen Fakultät der
Universität New Mexiko, tlj.unm.edu).
Cruz beschreibt die einmaligen Errungenschaften der indianischen
Anwälte so: „Es ist ein Wunsch und eine Verpflichtung innerhalb der
eigenen Gemeinde und für das eigene Volk zu arbeiten.“ Indianische
Gerichte betreffend sagt sie: „An der Entwicklung des traditionellen
Gesetztes zusammen mit meinen Richterkollegen zu arbeiten, die unsere
Sprache, unser Wissen über Recht wie auch anderes Wissen mit ins
Richteramt bringen; waren Erfahrungen, die mich verändert haben. Unsere
eigene ursprüngliche Rechtstradition ist das Fundament auf welchem wir
unsere eigenen gesetzlichen und richterlichen Strukturen aufbauen
müssen.“
Thomas P. Bird Bear, Esq. von
Albuquerque ist ehemaliges Mitglied des Stammesrates der Mandan,
Hidatsa und Arikara Nation und zurzeit ist er Bundesanalyst und
assistierender Dozent für die Fächer Stammesregierung und indianisches
Bundesgesetz im Programm für Indianische Studien an der Universität von
New Mexiko.
Foto p. 24:
"Tekanawita (The Creator's Vision of Peace/Die Vision des Schöpfers vom
Frieden)" von Mohawk-Maler John B. Thomas, 2002, Acryl. Die Geschichte
des Friedensstifters - eine zentrale Überlieferung in der
Irokesen-Geschichte - erzählt von Nationen, die sich in blutige Kriege
verstrickt hatten. Unter der Führung des Friedensstifters legten sie
die Auseinandersetzungen bei und nahmen das Große Friedensgesetz an mit
den drei Grundprinzipien von Frieden, Macht und Rechtschaffenheit. Das
Ergebnis war Einheit und Ausgleich unter verschiedenen Gemeinschaften
und zeigen wie Macht verteilt werden kann, um die Freiheit des
Individuums in einer demokratischen Gesellschaft zu sichern. Der Baum
des Friedens ist das Symbol des Großen Friedensgesetzes und verkörpert
den Geist der Demokratie. Der Friedensstifter entwurzelte eine
Weißfichte und forderte seine Krieger auf, ihre Kriegsbeile und anderen
Waffen zu begraben. Die Zweigen breiten sich aus, um all jene zu
schützen, die sich für den Frieden einsetzen. Vier Wurzeln erstrecken
sich in die vier heiligen Richtung - die "weißen Wurzeln des Friedens"
- die jene, die den Frieden
wollen, zu einem Zufluchtsort leiten. Der Adler ist der Beschützer, der die größte Weitsicht hat und vor Gefahr warnt.
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Franklin At Carlisle/Franklin bei Carlisle von John Kahionhes Fadden.
Einrichtungen für Indianisches Recht
Keine Diskussion über indianisches Recht wäre komplett ohne zunächst
den Native American Rights Fund (NARF) / Indianischen Rechtefond zu
erwähnen, die älteste und größte gemeinnützige Rechtsfirma, die die
Rechte indianischer Stämme, Organisationen und Einzelpersonen weltweit
engagiert vertritt, und durchsetzt. Die Organisation besitzt auch eine
eigene preisgekrönte Bibliothek mit Büchern über indianisches Recht.
Informationen: narf.org
Indianische Rechtsprogramme an Universitäten
Arizona State University
Das indianische Rechtsprogramm der Staatlichen Universität von Arizona
in Tempe bietet Stammesregierungen Programme, in denen Zertifikate
erworben werden können, Rechtsbildung und öffentliche Dienstleistungen,
L.L.M. und Zentrum für Indianische Politik. Informationen: E-Mail
kathlene.rosier@asu.edu
University of Denver Sturm College of Law
2006 nahm das Sturm College für Recht der Universität von Denver 39
indianische Jurastudenten auf und bietet in einem Zweig eine Native
American Law Student Association / einen Verein für indianische
Studenten der Rechtswissenschaften (NALSA) an, Kurse in indianischem
Recht und bezahlte Praktika im Fond für indianische Rechte (NARF).
Informationen: E-Mail fstanford@law.du.edu
Hamline University Law School
Die Fakultät für Rechtswissenschaften der Hamline Universität in St.
Paul, Minnesota bietet Kurse, Seminare und verschiedene Wahlfächer in
indianischem Recht an. Den Unterricht führen indianische
Fakultätsmitarbeiter durch. Informationen: E-Mail
eaglewoman01@hamline.edu
University of Kansas
Das Zentrum für Stammesrecht und Stammesregierungen der Universität
Kansas in Lawrence beinhaltet ein Programm bei dem Zertifikate erworben
werden können, eine „Klinik“ für Rechtshilfe und eine jährliche
Konferenz. Informationen: E-Mail triballaw@ku.edu
Michigan State University State College of Law
Das Zentrum für indigenes Recht und indigene Politik des Colleges für
Recht der Michigan State Universität in East Lansing bietet
Indianerstämmen Dienstleistungen, Fortbildungsprogramme in indianischem
Recht und Kurse an. Informationen: E-Mail matthew.flethcer@law.msu.edu
Syracuse University College of Law
Das Zentrum für indigenes Recht, Regierungsführung und
Staatsbürgerschaft des Colleges für Recht der Syracuse Universität in
New York wurde 2003 gegründet, um Forschungen und Analysen zu wichtigen
Fragen des indigenen Rechts und der Politik betreffend durchzuführen.
Informationen: law.syr.edu/indigenous
University of Tulsa College of Law
Das College für Rechtswissenschaften der Universität Tulsa bietet ein
J.D. Programm, ein L.L.M.-Programm in indianischem und indigenem Recht
und Studien am Genfer Institut für das Recht indigener Menschen in der
Schweiz an. Informationen: E-Mail NALC@utulsa.edu
University of Wisconsin Law School
Das Große Seen-Zentrum für indianisches Recht (Great Lakes Indian Law
Center) der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Wisconsin
in Madison bietet auswärtige Praktika in Stammesverwaltungen,
zahlreiche Unterrichtsangebote in Recht und ein Recht-in-Aktion
Programm an. Es wird Gastgeber der kommenden 21. Jahrestagung der
Studentenvereinigung für indianisches Recht (NALSA) sein.
Informationen: law.wisc.edu/glilc.about.htm
University of New Mexico School of Law
Das Programm für indianisches Recht der Fakultät für
Rechtswissenschaften an der Universität New Mexiko beinhaltet ein
Programm bei dem man Zertifikate in indianischem Recht erwerben kann,
ein indianisches Rechtszentrum, ein Sommerschulinstitut für angehende
Jurastudenten und die Rechtsklinik der Indianer des Südwestens.
Informationen: E-Mail lavelle@law.unm.edu
Native Law Center of Canada
Das Zentrum für indianisches Recht der Universität von Saskatchewan in
Saskatoon, Kanada unterstützt die Entwicklung von Rechtssystemen in
indigenen Gemeinden. Dort kann man an einem vorbereitenden
Rechtsprogramm teilnehmen, Arbeiten veröffentlichen und an vielen
weiteren Projekten teilnehmen. Informationen: usask.ca/nativelaw
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